JULI - Hitzeschäden

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Als Hitzeschäden oder Hitzeerkrankungen gelten in der Medizin Störungen der Gesundheit, die auftreten können, wenn die Umgebungstemperatur längere Zeit besonders hoch ist. Schwitzen durch Sport oder andere körperliche Anstrengungen und Flüssigkeitsmangel begünstigt die Entstehung. Wenn dem Körper Flüssigkeit und Salze ausgehen, kann er nicht genug Schweiß zu seiner Kühlung bilden. Der Körper kann überhitzen, Krämpfe können sich bemerkbar machen, und der Kreislauf kann zusammenbrechen. Eine Ausnahme ist der Sonnenstich - hier waren Kopf und Nacken zu lange direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt.

Wichtig - alle Hitzeschäden sind Notfälle! 

Hitzeerschöpfung

Flüssigkeits- und Elektrolytverlust u.a. durch Schwitzen, wenn eben keine entsprechende Flüssigkeitszufuhr von außen erfolgt, nennt man Hitzeerschöpfung. Der Körper dehydriert, der Wassergehalt des Körpers sinkt also unter den Normalwert.

Oft tritt der Hitzekollaps nach sportlichen Aktivitäten oder langen Wanderungen bei großer Hitze auf. Bei Kinder kann es darüber hinaus auch ohne sportliche Aktivität zu einem Hitzekollaps kommen. Auslöser ist eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr.

Betroffene leiden unter Schwindel und Übelkeit. Der Puls ist schnell, aber flach. Auch Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit können darauf hindeuten. Die Haut ist blass und fühlt sich kühl an.

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Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hitzeerschöpfung

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Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hitzeerschöpfung:

  • Der Patient sollte sich an einem kühlen Ort hinlegen, am besten dort, wo auch ein kühles Lüftchen weht.
  • Beengte Kleidung öffnen.
  • Mit kühlem Wasser waschen.
  • Mineralhaltige Getränke oder Elektrolytlösung trinken.
  • Bei Erbrechen oder wenn sich der Zustand des Patienten nicht bessert, sofort ärztliche Hilfe anfordern.

Hitzekrämpfe

Hitzekrämpfe entstehen ebenfalls durch einen Mangel an Flüssigkeit und Mineralstoffen und treten hauptsächlich bei schwerer körperlicher Anstrengung  bei hohen Umgebungstemperaturen auf. Symptomatisch sind Muskelzuckungen und Krämpfe.

Sonnenstich (Insolation)

Der Sonnenstich ist ein Hitzeschaden, der durch langwellige Wärmestrahlung auf Hirnhäute ausgelöst wird. Er entsteht also durch direkte, länger anhaltende Einwirkung von Sonnenstrahlen auf den ungeschützten Kopf oder Nacken. Besonders gefährdet sind Kinder, denn die unmittelbare Sonneinstrahlung im Kopfbereich kann eine Schwellung der Hirnhaut provozieren. Die Symptome sind heftige Kopfschmerzen, Unruhe, Fieber (wobei die Temperatur bei einem Sonnenstich in der Regel, und das ist das vertrackte, normal ist), Übelkeit, Schwindel, Ohrensausen und Nackenschmerzen. Bei schweren Fällen kann es auch zu Krampfanfällen kommen.

Sonnenstich vorbeugt:

  • Kindern immer eine Kappe mit Nackenschutz aufsetzen
  • Am besten auch durch UV-Kleidung schützen

Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Sonnenstich:

  • Das Kind sofort in den Schatten legen.
  • Den Kopf hoch lagern.
  • Mit feuchten (aber nicht eiskalten) Tüchern den Kopf kühlen.

Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom)

Der Hitzschlag ist eine potenziell sogar tödliche Reaktion des Körpers auf Hitze. Die Ursache ist eine Störung der Wärmeregulation nachdem man längerer Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt war und der Körper unzureichend Wärme abgeben konnte. Es handelt sich also um eine Überwärmung des Körpers auf über 40 Grad Celsius, die durch das Schwitzen alleine nicht mehr reguliert werden kann, so dass das Herz-Kreislauf-System gestört wird.

Der Hitzschlag tritt etwa nach körperlichen Anstrengungen und feuchter Hitze oder nach einem Aufenthalt in überhitzten und geschlossenen Räumen auf. Gefährdet sind vor allem Kinder, die in überhitzten Autos zurückgelassen werden. Also bitte, bitte nicht „mal eben schnell“ in den Supermarkt gehen während das Kind im Sommer doch vermeintlich so schön im Auto in seinem Kindersitz schläft. Davon abgesehen, dass man sein Kind sowieso nie irgendwo alleine lassen sollte – auch nicht mal eben kurz – ist ein heißes Auto im Sommer ein regelrechter Backofen.

Symptome eines Hitzschlags erkennen:

  • Hochroter Kopf
  • Heiße, trockene Haut, Bewegungsstörungen
  • Hohe Körpertemperatur

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hitzschlag:

  • Die Körpertemperatur durch kalte Kompressen im Nacken, der Leiste oder den Achselhöhlen senken
  • Elektrolythaltige Getränke geben, es geht auch kalter Tee mit Traubenzucker und einer Prise Salz
  • Kind beruhigen

Ein Hitzschlag ist die schwerste Form der Hitzeschäden und ein medizinischer Notfall. Das Kind sollte sofort zum Notarzt oder ins Krankenhaus gebracht werden. Auf der Fahrt dorthin sollte der Oberkörper hoch gelagert werden, um eine zusätzliche Hirndruckerhöhung zu vermeiden.

 

Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes

Seit dem Jahr 2005 gibt der Deutsche Wetterdienst regionale Hitzewarnungen heraus, um die Zahl der Todes- und Krankheitsfälle zu verringern. Anlass für die Entwicklung dieses Warnsystems war der heiße Sommer 2003, in dem alleine in Deutschland vermutlich mehr als 7000 Menschen Opfer der hohen Temperaturen wurden.

Überhitzung im Kinderbett

Heiß kann es nicht nur draußen in der prallen Sonne werden, sondern auch im Kinderbett, nämlich dann, wenn Kinder zu warm angezogen oder zugedeckt sind. Aus Angst, dass das Kind nachts frieren könnte, sehen viele Eltern, dass ihr Baby es nachts eben schön warm hat und ziehen ihm nicht nur einen Schlafanzug an und decken das Kind mit der Decke zu, sondern drehen auch noch die Heizung auf. Das kann aber zu einem gefährlichen Hitzestau führen. Kinder brauchen zum Schlafen nur einen Schlafanzug und einen geeigneten Schlafsack. Der besser ist als eine Decke denn er verrutscht nicht. Die Raumtemperatur im Kinderzimmer sollte zwischen 16 und 19 Grad Celsius liegen.

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Rezept für Hagebuttentee

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Bei Müdigkeit und zur Stärkung der Abwehrkräfte, auch bei Erkältungen: Ein Teelöffel Hagebutten in ¼  Liter kaltes Wasser geben. Aufkochen, zehn Minuten köcheln, abgießen, fertig. Schmeckt kalt und warm.

JUNI - Sonnenbrand

Kaum scheint die Sonne, setzt beim einen oder anderen der klare Verstand aus – trotz der Warnungen von Hautspezialisten brutzeln sie in der Sonne und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Besonders gefährdet sind Kleinkinder – insbesondere während der Ferienzeiten. Sie bauen, ohne OV-Schutzshirt oder Sonnencreme, in praller Mittagssonne Sandburgen am Strand, marschieren ohne Hemd, Hose und Kappe durch die pralle Hitze und riskieren dabei einen dicken Sonnenbrand.

Warum Sonnenbrand gefährlich ist, was man tun kann, wenn’s einen trotzdem erwischt hat und wie man ihn aber am besten vermeidet, darum geht es in unserem Juni-Special.

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Was ist eigentlich Sonnenbrand?

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„Sonnenbrand (Dermatitis solaris) ist eine akute Entzündung der oberflächlichen Hautschichten, die durch zu viel Sonnenlicht oder UV-Strahlung aus anderen Quellen verursacht wird. Hellhäutige Menschen sind besonders anfällig. Ein leichter Sonnenbrand zeigt sich als Hautrötung, ein starker ruft Blasenbildung auf der Haut hervor. Sonnenbrand steigert zudem das Risiko für Hautkrebs“, erklärt netdoktor.de

Hauttypen

Verschiedene Hauttypen sind unterschiedlich anfällig für Sonnenbrand.

Typ I: Menschen mit heller Haut, rötlich-blonden Haaren und Sommersprossen zählen zu Typ I. Ihre Eigenschutzzeit ohne Sonnencreme beträgt nur 5 bis 10 Minuten, bevor ihre Haut rot wird. Die Haut wird praktisch gar nicht braun.

Typ II: Blonde bis dunkelblonde Haare, helle Haut. Eigenschutzzeit 1o bis 20 Minuten.

Typ III: Dunkelblonde bis braunhaarige Menschen mit dunklerer Hautfarbe. Sie können bis zu einer halben Stunde ungeschützt in der Sonne sein, ohne, dass die Haut rot wird.

Typ IV: Dunkelbraunes bis schwarzes Haar, bräunlich getönte Haut. Eigenschutzzeit: 40 Minuten.

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Große Gefahr für Babys und Kleinkinder

Babys und Kinder sind besonders gefährdet, da ihre Haut noch viel empfindlicher ist als die von Erwachsenen. Gesicht, Arme und Beine sind am häufigsten betroffen, da diese Stellen im Sommer oft und oft auch ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind. Zudem bekommen Kinder leichter einen Sonnenstich.

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Sonnenstich und Hitzschlag

Wenn Kinder zu viel in der Sonne oder Hitze sind, verkraftet ihr Organismus die Belastung nicht mehr, sie werden krank. Ein Hitzschlag (diesem Thema werden wir uns nochmal ganz ausführlich in unserer Juli-Ausgabe widmen) und auch ein Sonnenstich zeigen sich durch Kopf- und Gliederschmerzen und Erbrechen, plötzliches Fieber, Schwach- und Schlappheit, Schwindel. Das geschieht, weil die Wärmeregulierung des Körpers nicht mehr arbeitet, der Organismus kühlt nicht ab.

Folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten beachtet werden:

  • Den Arzt rufen, wenn das Kind droht, das Bewusstsein zu verlieren, bitte auch gleich den Notruf
  • Das Kind gleich ins Kühle bringen, entkleiden, hinlegen (mit erhöhtem Oberkörper)
  • Wadenwickel und kalte Umschläge
  • Kühle Getränke reichen
  • Fieber messen
  • Kind beruhigen

Sonnenbrand und Hautkrebs

Leider denken immer noch viele, dass ein Sonnenbrand eine harmlose Sache ist. Erst ist die Haut rot, dann wird sie braun. So ist es aber nicht. Auch wenn sich die oberflächlichen Hautschichten nach dem Sonnenbrand wieder erholen, bleiben doch geschädigte Gewebe in den tieferen Schichten zurück. Und: Die Strahlenschäden jedes Sonnenbrandes, den man im Laufe seines Lebens bekommt, addieren sich. Die Haut vergisst nicht! So kann sich Hautkrebs entwickeln, wenn man als Kind starke und viele Sonnenbrände hatte.

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Der Arzt und Journalist Lothar Zimmermann erklärte jüngst im SWR: Aktuell erkranken zehn Mal so viele Menschen an Hautkrebs als noch vor 40 Jahren. Grund sei, dass die Ozonschicht, die die UV-Strahlung der Sonne in der unteren Stratosphäre der Erdatmosphäre in Wärme umwandelt, immer dünner wird. Und so gelangten die für die Haut gefährlichen ultravioletten Strahlen auf die Haut.

Wichtig ist daher: Pigmentflecke, die sich auf der Haut verändern, sollten vom Arzt untersucht werden. Schwarzer Hautkrebs, der rechtzeitig erkannt wird, lässt sich gut heilen. Allerdings findet er schnell Zugang zu Blut- und Lymphgefäßen und kann dort Metastasen bilden.

Weißer Hautkrebs bildet eine Art Hornschicht und ist daher leichter und schneller zu erkennen, weswegen er auch eine weniger große Gefahr als schwarzer Hautkrebs darstellt.

Sonnenbrand behandeln

Wenn Babys und Kleinkinder Sonnenbrand bekommen, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Wie ein Sonnenbrand behandelt wird, hängt vom Schweregrad ab:

Bei einem leichten Sonnenbrand  - die Haut ist gerötet, warm und empfindlich, gilt es, Folgendes zu tun:

  • Dem Kind ein Hemd überziehen, damit die verbrannte Haut geschützt ist.
  • In den folgenden Tagen die Sonne meiden.

Sofort hilfreich sind:

  • Betroffene Stelle mit lauwarmem Wasser abspülen und kühlen - bis die Schmerzen nachlassen (aber NICHT länger als 10 Minuten). Kühlen Sie NICHT mit eiskaltem Wasser, Coolpacks oder Eisürfeln. Hierbei besteht die Gefahr einer Unterkühlung bzw. eines Kreislaufversagens.
  • Feuchte und kalte Umschläge etwa mit Kamillentee oder Quark.
  • Eincremen mit Buttermilch oder einer einfachen Fettcreme oder einer hautberuhigende After-Sun-Lotion. Bitte darauf achten, dass das Präparat fürs Alter des Kindes geeignet ist.

Bei einem Sonnenbrand 2. Grades muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, damit er die Brandblasen untersucht.

Ein Sonnenbrand 3. Grades wird in der Regel im Krankenhaus behandelt, weil hier Infektionsgefahr besteht.

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Sonnenbrand vorbeugen

Wie man einen Sonnenbrand vermeiden kann?

Das ist gar nicht so schwer, wenn man Folgendes beachtet ...

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  • Eine hilfreiche Regel besagt:
    Between eleven and three – stay under a tree
    , also zwischen elf und 15 Uhr die pralle Sonne meiden.
  • Babys und Kleinkinder immer mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen, vor allem die Nasenspitze und die Ohren, die Lippen mit speziellem Sun-Blocker
  • Nach jedem Baden die Creme erneuern, denn auch wasserfeste Sonnencremes verlieren nach gewisser Zeit ihre Wirkung.
  • Nicht ohne Hemd, Hose und Mütze in die pralle Sonne, am Strand immer mit UV-Schutz-Shirt und Kappe.
  • Immer Sonnenbrille dabeihaben und am besten auch aufsetzen.
  • Den Aufenthalt in der Sonne zeitlich nicht übertreiben. Die beste Zeit, um in die Sonne zu gehen, ist der frühe Morgen, dann enthält das Sonnenlicht viele wärmende, hautfreundliche Infrarotstrahlen. Der späte Vormittag und der frühe Nachmittag sind gute Zeiten für Kinder, um draußen zu spielen.
  • Bedenken: Im Hochgebirge und am Meer ist die Sonnenkraft viel stärker.

Was die Hitze ein kleines bisschen erträglicher macht

Selbst gemachte Zitronen- oder Orangenlimonade:

Einfach Zitronen oder Orangen auspressen, dazu ein bisschen mit Honig geben, mit Sprudel in einer Karaffe auffüllen.

 

Eisklumpenspiel:

Einen Joghurtbecher mit Wasser füllen und ins Gefrierfach stellen. Den gefrorenen Eisklumpen unter heißem Wasser aus dem Becher lösen. Den Klumpen im Garten (vorher schauen, dass keine Wespen auf dem Rasen sind) zersplittern lassen. Jetzt geht es darum, wer mit den Zehen die meisten Klumpen vom Boden aufheben kann.

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Tipps und Tricks

In die Sonne gehen – aber richtig, denn das ist wichtig für die Knochenbildung

Bei aller Vorsicht in Sachen UV-Strahlung: Sonne macht gute Laune und bringt uns in Schwung. Und sie hilft uns dabei, dass unser Organismus wichtige Vitamine produziert.

Für das Knochenwachstum benötigen Kinder neben anderen Vitaminen auch Vitamin D. Das wird mit der Nahrung aufgenommen, vor allem aber in der Haut gebildet – wenn UV-Strahlen auf die Haut einwirken. Gerade im Winter ist es daher wichtig, Babys mit Vitamin D in Form von Tabletten zu versorgen, um Rachitis vorzubeugen. Ein paar Minuten Sommersonne auf Gesicht und Händen genügen übrigens schon, um den Vitamin-D-Haushalt wieder aufzufüllen. Für Kinder über zwei Jahre wird in unseren Breitengraden empfohlen, zwischen April und September mindestens zweimal in der Woche Sonne zu tanken, um die Vitamin D-Speicher aufzufüllen.

MAI - Zeckenbisse

Mit der warmen Jahreszeit sind sie im Anmarsch – die Zecken. Sehr zum Ärger vieler Gartenfreunde, Park- und Waldbesucher. Die winzig kleinen Blutsauger, die übrigens keine Insekten, sondern Spinnentiere sind, lauern in Bäumen und Büschen, sitzen auf Gräsern, Ästen und Farnen. Und das ist das Gemeine: Man „holt“ sich einen Zeckenbiss sozusagen im Vorbeigehen, wenn man über den Rasen tollt oder im Wald spazieren geht. In unserem Monatsthema erfahren Sie, wie Zecken vorgehen, wie man einem Zeckenbiss, der genau genommen ein Zeckenstich ist, vorbeugen kann, warum Zecken so gefährlich sein können und wie man sie richtig entfernt.

Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken – und es gibt etwa 900 verschiedene Zeckenarten weltweit – sind kleine blutsaugende Parasiten aus der Familie der Spinnentiere, die zum Überleben das Blut eines anderen Lebewesens brauchen. Ausgewachsen haben sie acht Beine. Bevor sie sich mit Blut vollgesaugt haben, sind sie nur ein bis zwei Millimeter groß. Das Blut braucht die Zecke, um sich fortzupflanzen.

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Sobald es wärmer wird, werden die Zecken aktiv, allerdings bereits ab Temperaturen von zehn Grad Celsius. Deswegen sind sie im Grunde genommen von Frühling bis Herbst ein Krankheitsrisiko. Denn sie können verschiedene Krankheitserreger übertragen wie etwa FSME-Viren (die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine gefürchtete Virusinfektion, gegen die man sich impfen lassen kann) oder Borreliose-Bakterien (gegen die Lyme-Borreliose, auch Wanderröte genannt, kann man sich leider nicht impfen). Dazu lassen sie sich gerne an warmfeuchten Körperstellen nieder, um dort ans Blut zu gelangen, also etwa unter den Achseln oder in der Leistengegend, in der Ellenbeuge, am Bauchnabel, in der Kniekehle, am Hals und hinter den Ohren.

Wie Zecken Blut saugen ...

Zecken verfügen über einen Stech- und Saugapparat im Mund. Um das Blut saugen zu können, stechen sie erst die Haut damit auf, dann führen sie eine Art Stechrüssel in die Schnittwunde ein. Während des Saugens gibt die Zecke Speichel ab. Der wiederum betäubt die Einstichstelle und hemmt die Blutgerinnung. Außerdem fungiert er wie Klebstoff, der Hilft, die Mundwerkzeuge in der Haut zu halten. Viel wichtiger noch Der Speichel enthält auch einen entzündungshemmenden Wirkstoff, der dazu führt, dass das menschliche Immunsystem nicht sofort aktiv wird.

Wo sich Zecken aufhalten ...

Zecken halten sich gern in hohem Gras oder feuchtem Laub auf, im Wald, im Unterholz, im Park, auf dem Fußballplatz, eben überall dort, wo es grün ist. Sie lieben Feuchtigkeit und bevorzugen Regentag im Sommer.

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Was nach einem Zeckenstich passiert ...

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Nach dem Zeckenstich entsteht um die Stichstelle ein sich nach und nach vergrößernder, rötlicher bis hell-violetter Hautausschlag.

Vorsicht: Es kann mitunter Wochen dauern, bis der rote Fleck erscheint. Er ist in der Mitte blasser als an den Rändern und „wandert“ langsam ringförmig von der Stichstelle weg. Mit dem Fleck können dann auch erste Symptome auftreten: Kopfschmerzen und Fieber. Der Betroffenen fühlt sich nach und nach immer kränker, mit Muskel- und Rückenschmerzen. In dieser Anfangsphase kommt man um Antibiotika nicht herum. Die Krankheit muss damit behandelt werden, um Komplikationen wie Gehirn- und Nervenentzündungen zu verhindern.

Warum Zecken so gefährlich sind ...

Ein Zeckenstich ist keine Kleinigkeit, denn zwei gefährliche Krankheiten können durch Zecken übertragen werden: Die  Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose ...

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Zecken sind in ganz Deutschland zu finden, allerdings treten FSME-Erkrankungen vermehrt in vom Robert Koch-Institut (RKI) ausgewiesenen Risikogebieten auf, vor allem in großen Teilen Bayern, Baden-Württembergs sowie in Teilen Südhessens, Sachsens und Thüringens. Aber auch in Mittelhessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen gibt es FSME-Risikogebiete. Ein Risikogebiet wird definiert durch eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen, die binnen fünf Jahren in einem Landkreis gemeldet wurden.

Die gute Nachricht zuerst: Infizierte erkranken überwiegend nicht. Laut Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (bgv)  kommt es in 10 bis 30 Prozent aller Fälle nach einem Zeitraum von 7 bis 14 Tagen zum Auftreten grippeähnlicher Symptome. Aber auch nur ein kleiner Teil der Infizierten – und auch hier laut bgv überwiegend Erwachsene – bekommt schwere Krankheitssymptome wie eine Entzündung der Hirnhäute und bei diesen schweren Fällen auch nur ein Teil bleibende neurologische Ausfälle. Gleichwohl zeigten neueste Erkenntnisse, dass auch bei an FSME erkrankten Kindern über längere Zeit neurologische Störungen auftreten, nachgewiesen werden können. Deswegen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht, eine präventive FSME-Impfung schützt. Sie ist auch deswegen so wichtig, weil die FSME selbst nicht behandelbar ist, es also, das sei deutlich gesagt, eine Therapie gegen die vom FSME ausgelöste Hirnhautentzündung nicht gibt.

Bei der Impfung werden inaktivierte FSME-Viren gespritzt. Der Impfstoff kann also keine Erkrankung mehr auslösen, sorgt aber dafür, dass das Abwehrsystem Antikörper gegen die FSME-Viren bildet, damit man im Falle einer Infektion gut gewappnet ist.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt daher FSME-Schutzimpfungen ausdrücklich für alle Kinder ab dem 1. Geburtstag und alle Jugendlichen und Erwachsenen, die in einem FSME-Risikogebiet (siehe dazu Unterpunkt 8) leben. Auch für jene, die einen Aufenthalt oder Urlaub in einem FSME-Risikogebiet planen, empfiehlt die STIKO eine FSME-Impfung.

Borreliose

Gleich vorweg: Gegen Borreliose kann man sich nicht durch eine Impfung schützen – es gibt bislang nämlich keinen Impfstoff. Deswegen ist Prävention in Sachen Zecken auch so wichtig.

Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Bakterien des Typs Borrelia ausgelöst wird, die wiederum in der Regel durch einen Zeckenbiss (in ganz seltenen Fällen wird sie auch durch andere Insekten wie Stechmücken übertragen) ausgelöst wird. Die Bakterien sitzen im Darm der Zecke und werden in der Regel nach 12 bis 24 Stunden übertragen. Das Risiko einer Borrelieninfektion sinkt daher deutlich, wenn man die Zecke rechtzeitig entfernt.

Ihren Namen verdankt die Borreliose dem französischen Bakteriologen Amédée Borrel (1867 bis 1936), die Identifizierung der krankheitsauslösenden Bakterienstämme gelang 1982 dem aus der Schweiz stammenden und in den USA arbeitenden Parasitologen Willy Burgdorfer.

Unterschieden wird zwischen zwei Formen der Borreliose: der Lyme-Borreliose und dem Rückfallfieber. Letzteres tritt in Europa aber praktisch nicht auf.

Die Symptome bei Borreliose treten diffus auf und lassen einen zunächst an andere Krankheiten denken. In ihrer Gesamtheit deuten die Symptome dann aber, wenn man sie kennt, auf Borreliose hin.

Wichtigstes Symptom ist die „Wanderröte“, die in Stadium I auftritt: Als Frühsymptom und typisch zu erkennen, tritt ein ringförmiger, rötlicher Hautausschlag, der einem roten Kreis ähnelt, auf. Weil er sich immer weiter ausbreitet – bis zu einem handtellergroßen Durchmesser – wird er als „Wanderröte“ bezeichnet. Diese erscheint übrigens bei der Hälfte aller Infizierten.

In Stadium I können auch diverse andere Symptome auftreten, etwa Schwellungen der Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Fieber, vermindertes Hörvermögen, aber auch Konzentrationsschwäche und Bindehautentzündung.

In Stadium II, das typischerweise einige Monate nach der Infektion beginnt, wenn die Borreliose nicht behandelt wurde, verstärken sich die Symptome und auch neue kommen hinzu. Das Ganze deswegen, weil inzwischen beinahe alle Organe und Geweben befallen sind. Symptome können daher Muskel- und Nervenschmerzen, verstärkte grippeähnliche Symptome, aber auch über den ganzen Körper verteilte Rötungen, Lähmungen und Verminderung der kognitiven Fähigkeiten sein.

Stadium III kann Monate bis sogar Jahre nach der Infektion eintreten. Die bisherigen Symptome können immer noch bestehen, aber es haben sich weitere schwere Erkrankungen gebildet, etwa eine chronische Arthritis. Ist auch das Nervensystem befallen, können Lähmungserscheinungen auftreten, die den gesamten Körper betreffen können.

Prävention ist der beste Schutz

Keine Frage: Borreliose ist eine schwere Krankheit. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Therapie bestehen aber große Aussichten auf vollständige Heilung. Hierbei muss der Patient mehrere Wochen lang mit Antibiotika behandelt werden – da führt kein Weg dran vorbei.

Deswegen gilt: Vorsorge ist der beste Schutz!

Um einen Zeckenstich zu vermeiden, sollten Sie ihrem Kind vor einem Aufenthalt im möglichen Zeckengebieten – Stichwort Waldkindergarten und Co. – feste Schuhe anziehen und helle Kleidung, die den Körper weitestgehend bedeckt. Hell deswegen, weil sich darauf Zecken am besten finden lassen. Nach dem Aufenthalt in Wald und Gebüsch bitte sorgfältig den ganzen Körper nach Zecken absuchen – vor allem am Kopf, Haaransatz, Hals unter den Armen, zwischen den Beinen, in der Leistengegend und in den Kniekehlen. Denn dass eine Zecke sich auf den Körper setzt, bleibt ansonsten in der Regel unbemerkt. Zeckenabweisende Sprays halten die Tiere auch einige Zeit auf Abstand.

Beim Ausflug auch dafür sorgen, dass der Nachwuchs am besten auf festen Wegen bleibt, Unterholz und hohes Gras sollten vermieden werden.

Wie man Zecken richtig entfernt ...

Früher wurde empfohlen, dem Tier die Atemluft zu nehmen, indem man Nagellack, Öl oder Butter draufschmiert. Ist tatsächlich aber keine gute Idee, denn: Kommt die Zecke mit der Flüssigkeit in Berührung, sondert sie noch mehr Speichel ab, der wiederum Keime enthält und womit sich die Gefahr vergrößert, dass Krankheitserreger ins Blut gelangen. Auch die Zecke einfach rausdrehen, sollte man tunlichst unterlassen, denn: Der Stechrüssel ist kein Gewinde, sondern hat einen Widerhaken.

Stattdessen die Zecke bitte mechanisch mit einer Pinzette oder Zeckenkarte - gibt’s beispielsweise in der Apotheke - entfernen. Die Karte führt nah an der Haut entlang, die Zecke bleibt im Schlitz stecken und löst sich ab.

Im Folgenden eine kleine Anleitung:

1. Zecke mit spitzer Pinzette oder Zeckenkarte möglichst dicht an der Haut am Kopf fassen, nicht am vollgesogenen Körper.

2. Zecke langsam und gerade rausziehen, keinesfalls drehen.

3. Einstichstelle desinfizieren und auf Überreste der Zecke untersuchen. Falls der Stechrüssel in der Haut. zurückgeblieben ist, ist das nicht schlimm. Er wird, ähnlich wie ein Splitter, nach einiger Zeit abgestoßen. Einstichstelle gegebenenfalls vom Kinderarzt oder der Kinderärztin untersuchen lassen.

4. In jedem Fall eine Kinderarztpraxis aufsuchen, wenn das Kind nach einem Zeckenstich allgemeine Krankheitszeichen oder eines der oben genannten Symptome zeigt.

Wer unsicher ist, sollte den Kinderarzt aufsuchen.
Wichtig: Dem Nachwuchs keine Angst machen. Die Natur birgt Gefahren, aber man sollte die Kinder vorab darüber aufklären, damit sie sich weiterhin unbeschwert, aber vorsichtig, darin bewegen.

FSME-Risikogebiete laut Robert-Koch-Institut

Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten zählen große Teile Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Auch der Stadtkreis Dresden wurde als FSME-Risikogebiet ausgewiesen. Einzelne FSME-Risikogebiete befinden sich zudem im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Seit Februar 2019 gibt es mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen das erste Risikogebiet in Norddeutschland.

APRIL- Heuschnupfen & Insektengiftallergie

Endlich wieder draußen spielen! Doch eine Sache nervt - Niesattacken, tränende Augen, oder Augenjucken ... alles Anzeichen einer Pollenallergie, oder?
Hier erfahren Sie, wie Heuschnupfen und andere Allergiearten zuverässig diagnostiziert werden können.

Zur Diagnose einer Pollenallergie werden Hauttests durchgeführt, bei denen Pollenextrakte auf die Haut getropft und dann mit einer kleinen Nadel kurz in die Haut gestochen werden (siehe Pricktest).

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Heuschnupfen "behandeln"

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Am besten wäre es natürlich, sich zur Zeit der Frühblüher in den Bergen oder am Meer aufzuhalten. Ist natürlich – zumindest als Dauerzustand – vermutlich für Otto Normalbürger unrealistisch, das ständig zu können. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten:

  • Medikamentöse Behandlung zur Linderung der Symptome, unter anderem werden da Antihistaminika eingesetzt, bei schweren Verläufen auch entzündungshemmende Cortison-Präparate.
  • Nasespülungen mit Salz-Lösung, um den Bedarf an antiallergischen Medikamenten zu reduzieren.
  • Hypnosensibilisierung: Bei dieser spezifischen Immuntherapie wird dem Allergiker das jeweilige Pollenallergen in langsam steigender Dosierung gegeben, um ihn so nach und nach gegen den Allergieauslöser unempfindlich zu machen.

Noch ein paar Extratipps

  • Pollenmeldungen in den Medien beachten.
  • Kleinen Kindern im Freien ab und zu einen feuchten Waschlappen zum Kühlen der Augen auflegen.
  • Feld-, Wald- und Wiesenspaziergänge im Frühjahr und Sommer vermeiden.
  • Vor dem Zubettgehen die Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ausziehen und möglichst auch noch duschen und Haare waschen.
  • Schlafzimmer kurz lüften, aber nachts während der Pollenzeit schließen; stattdessen Luftfilter anmachen
  • Daheim regelmäßig Staub wischen, er kann den Heuschnupfen nämlich noch verstärken.
  • Im Internet finden sich zahlreiche Pollenflugkalender, etwa auf www.wetter.net/pollenkalender, dort lässt sich genau nachvollziehen, wann Hasel, Erle, Pappel, Birke und Co. für Allergiker am schlimmsten sind.

Insektengiftallergie

Mit dem Sommer kommen sie alle Jahre wieder, Mücken, Bienen, Wespen, Hummeln und  Hornissen – die übrigens nachtaktiv sind. Ihre Stiche sind vor allem lästig, weil sie jucken.

Bienen sind in der Regel von Mai bis August unterwegs, Wespen von Juli bis September. Angriffslustig sind die Tiere vor allem in Nestnähe, vor allem bei schwülwarmem Wetter. Nach einem Stich sollte man den Stachel schnell entfernen, aber nicht herausziehen, sondern mit dem Fingernagel zur Seite wegschippen; was bei einem glatten Wespenstachen tatsächlich leichter ist als bei einem Bienenstachel, der eine Art Widerhaken hat.

In vielen Fällen machen Bienen- oder Wespenstiche keine Probleme. Rund um den Einstich entsteht eine rote Stelle, die dick wird, juckt und auch schmerzt. Das gibt sich aber schnell wieder. Aber manchmal reagiert der Betroffene auch allergisch aufs Insektengift, und zwar mit Atembeschwerden, Magen-und-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Herz-Kreislauf-Beschwerden. Bei solchen Reaktionen muss man schnell handeln. Insektengift-Allergiker haben deswegen in der Regel ein Notfallset dabei mit Antihistaminika, Cortison, Adrenalin und/oder Asthmaspray.

Nur wenige stechende Insekten können beim Menschen eine Allergie auslösen. In Deutschland gehören hierzu Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen. Aufgrund der Verbreitung und ihrer Nähe zum Menschen sind Bienen und Wespen von besonderer Bedeutung. Verstärkte Gefahr besteht an schwül-heißen Tagen sowie bei Annäherung an die Nester der Insekten.

Bienen haben einen braunen Hinterleib und eine starke Behaarung. Vor allem von Mai bis August sind sie verbreitet, Wespen in den Monaten Juli bis September, wenn das Obst reif ist. An ihnen fällt die Taillierung („Wespentaille“) und ihre gelb schwarze Bänderung auf. Stiche von Bienen und Wespen bei Nichtallergikern bedingen höchstens eine lokale Reaktion mit Schmerz, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Auch wenn diese Reaktion sehr ausgeprägt ist, ist noch nicht von einer Insektengiftallergie auszugehen.

Bei Allergien gegenüber Bienen und Wespen kann ein Stich lebensbedrohlich sein. Insektengiftallergie Symptome, wie Juckreiz am ganzen Körper, Quaddeln, Kreislaufprobleme, Schluckbeschwerden und Atemnot, können auftreten. Dies erfordert eine rechtzeitige Behandlung.

Wespen- und Bienenstichallergie - Behandlung

Die Stiche von Bienen, Wespen, Hummeln oder Hornissen können bei einigen, sensibilisierten Menschen zu schweren lokalen oder allgemeinen allergischen Reaktionen führen. Wenn eine derartige Reaktion aufgetreten ist, führen wir eine exakte Diagnostik mittels Bestimmung der spezifischen Allergieantikörper (RAST) gegen Insektengiftallergene sowie eine Prick- und Intracutan-Hauttestung durch.

Bei einer positiven Reaktion veranlassen wir folgendes:
Versorgung mit einer Notfallapotheke (Allergie-Medikamente), die der sensibilisierte Patient ständig mit sich tragen muss. Stationäre Einleitung einer Schnellhyposensibilisierung in einer allergologisch spezialisierten Klinik.

Tipps

Gerade in Bezug auf Insektengiftallergie sollte man ein paar Tipps beachten, die das Leben leichter machen:

  • Möglichst nicht in die Nähe von reifem Fallobst gehen und Vorsicht walten lassen beim Pflücken von Obst.
  • Vorsicht auch bei der Gartenarbeit, Blumenmuster meiden.
  • Parfüms oder parfümierte Pflegeprodukte meiden.
  • Beim Essen im Freien nicht lange Reste herumliegen lassen.
  • Im Freien aus geschlossenen Bechern mit einem Strohhalm trinken.
  • Nicht barfuß gehen, denn Bienen lieben Klee und Wespen leben oft in Bodenlöchern.
  • Beim Radfahren ein Netz über den offenen Helm legen.
  • Notfallset dabeihaben.
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Omas Hausmittel bei Insektenstichen

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  • Ein paar Minuten lang warmes Wasser über den Stich geben.
  • Einen Löffel erwärmen und auf den Stich drücken.
  • Eine frische aufgeschnittene Zwiebel (ja, die riecht fürchterlich und lassen das Kind möglicherweise einen Moment lang noch mehr jammern und Mütter beinahe in Ohnmacht fallen, aber tatsächlich schwören Generationen von Müttern drauf!) oder Kartoffel auf den Stich legen, das kühlt und beruhigt sofort.
  • Kalte Umschläge auf den Stich legen.

MÄRZ - Volkskrankheit Allergie

Fast 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leidet nach Angaben der Kommission Umweltmedizin am Robert-Koch-Institut (RKI) aus einer Studie bereits des Jahres 2016 an mindestens einer Allergie. Auch viele Kinder und Jugendliche sind betroffen von Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis. Die Kommission Umweltmedizin am RKI kommt demnach zu dem Schluss: „Wenn in Deutschland bei fast jedem Dritten im Laufe seines Lebens eine allergische Erkrankung auftritt und bei der Hälfte der Bevölkerung eine allergische Sensibilisierung nachgewiesen wurde, so muss von einer wichtigen, häufigen und die Lebensqualität vieler beeinträchtigenden Volkskrankheit gesprochen werden.“

In unserem aktuellen Monatsthema erfahren Sie, welche Allergie-Typen es gibt, was überhaupt Allergien hervorruft - und was man dagegen unternehmen kann. Dem Thema Hausstaubmilben haben wir dabei einen eigenen Unterpunkt gewidmet.

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Eltern kennen es - der Nachwuchs bringt nach der Schule einen Klassenkameraden zum Mittagessen mit oder bittet, weil das Spiel-Date vielleicht länger dauert, darum, dass das Gastkind zum Abendessen bleiben darf. Überhaupt kein Problem. Sollte man meinen. Denn angesichts immer weiter verbreiteter Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten kann der für den Nachtisch gebackene Nusskuchen schnell ein ziemliches Problem darstellen – wenn das Gastkind zum Beispiel gegen Nüsse allergisch ist und trotzdem vom Kuchen kostet. Leichte Symptome in Form von Gaumenjucken oder Kribbeln auf der Zunge können die Folge sein, bei einer starken Allergie kann es zu Atemnot, Erstickungsanfällen und Kreislaufkollaps kommen – dem sogenannten anaphylaktischen Schock.

Jede Verharmlosung in Sachen Allergie verbietet sich also, zumal Allergien nur bedingt – etwa über eine jahrelange Hypersensibilisierung - präventiv behandelt werden können. Womit in den meisten Fällen nur bleibt: Die Aufnahme der Allergie-auslösenden Substanz – im Falle unseres Beispiels mit den Nüssen – ist tabu.

Nicht zu verharmlosen ...

Eltern kennen es - der Nachwuchs bringt nach der Schule einen Klassenkameraden zum Mittagessen mit oder bittet, weil das Spiel-Date vielleicht länger dauert, darum, dass das Gastkind zum Abendessen bleiben darf. Überhaupt kein Problem. Sollte man meinen. Doch angesichts immer weiter verbreiteter Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten kann der für den Nachtisch gebackene Nusskuchen schnell ein ziemliches Problem darstellen – wenn das Gastkind zum Beispiel gegen Nüsse allergisch ist und trotzdem vom Kuchen kostet. Leichte Symptome in Form von Gaumenjucken oder Kribbeln auf der Zunge können die Folge sein, bei einer starken Allergie kann es zu Atemnot, Erstickungsanfällen und Kreislaufkollaps kommen – dem sogenannten anaphylaktischen Schock.
Jede Verharmlosung in Sachen Allergie verbietet sich also, zumal Allergien nur bedingt – etwa über eine jahrelange Hypersensibilisierung - präventiv behandelt werden können. Womit in den meisten Fällen nur bleibt: Die Aufnahme der Allergie-auslösenden Substanz – im Falle unseres Beispiels mit den Nüssen – ist tabu.
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Allergie-Typen

Je nachdem, auf welche Art das Immunsystem auf eine Substanz reagiert, unterscheidet man verschiedene Allergie-Typen.

Typ 1: Rund 90 Prozent aller Allergien zählen dazu, man nennt sie auch Soforttyp-Allergie, weil die Reaktion nach dem Kontakt mit dem Allergen sehr schnell einsetzt. Hierzu zählen Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel, Insektengift und Tierhaare. Die allergischen Reaktionen bei einer Typ-1-Allergie können ganz unterschiedlich aussehen. Bei Heuschnupfen etwa läuft die Nase und tränen die Augen, man muss häufig niesen. Andere allergische Reaktionen bei Typ 1 können Reaktionen auf der Haut wie Juckreiz oder Quaddeln sein, in Verbindung mit einem unverträglichen Lebensmittel können auch Lippen und Schleimhäute anschwellen oder der Kehlkopf. Im Falle einer besonders schweren Reaktion kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der zu einem Versagen des Herz-Kreislauf-Systems führen kann und mit einem Notfallmedikament mit Adrenalin sofort behandelt werden muss.

Typ 2 tritt selten auf und heißt auch zytotoxischer Allergie-Typ. Das Immunsystem bildet hier Antikörper gegen bestimmte Bestandteile von Körperzellen und startet eine Abwehrreaktion, zum Beispiel, wenn bei einer Bluttransfusion die falsche Blutgruppe gegeben wurde.

Typ 3 ist ebenfalls sehr selten, wenn sich im Rahmen einer Immunreaktion Komplexe aus Allergenen und Antikörpern bilden, die sich in den Blutgefäßen oder im Gewebe ablagern können.

Typ 4 kommt bei Kontaktallergien, heißt auch Spättypallergie weil zwischen Kontakt und Beginn der Beschwerden bis zu 48 Stunden vergehen können.

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In unserem Beitrag legen wir den Fokus auf Allergie-Typ 1.

Allergieauslöser

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Viele Allergien werden nicht durch synthetische, sondern durch natürliche Substanzen hervorgerufen. Etwa durch Kuhmilch. Und, wenn wir gerade mal bei diesem Beispiel bleiben, unter einer Kuhmilchallergie können bereits Babys leiden. Hinweise darauf wären Durchfall, Erbrechen, raue und juckende oder gerötete Hautstellen am Körper. Weil eben ganz verschiedene Symptome auftreten können, ist die Diagnose gerade bei Babys nicht leicht. Die Therapie dafür schon: Eine Spezialdiät hilft.

Einige Allergieauslöser gelangen auch über die Atemwege an die Schleimhäute der Nase und lösen dort Reaktionen aus, das gilt unter anderem für Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, aber auch Eiweißstoffe in Mehlen, die Asthma auslösen können.

Lebensmittelallergie

Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das System auf Bestandteile in der Nahrung, die eigentlich harmlos sind, zum Beispiel auf Erdnüsse, Kuhmilch, Weizen oder Hühnereier. In Deutschland leiden rund vier Prozent aller Kinder unter einer Lebensmittelallergie. Wieso das so ist, ist die große Frage. Fest steht: Gerade Kleinkinder entwickeln leicht eine Nahrungsmittelallergie, da ihre Darmwand noch nicht so perfekt funktioniert wie bei einem Erwachsenen. Die richtige Ernährung ist daher für sie besonders wichtig.

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Symptome:

Leider ist es nicht so, dass alle Lebensmittel-Allergiker einfach nur eine rote Nase bekommen. Die Symptome können variieren, und zwar sowohl in ihrer Art als auch in ihrem Schweregrad.

  • Lebensmittelallergien können sich äußern in:
  • Hautausschlag
  • Hautrötung
  • Quaddeln-Bildung
  • Juckreiz
  • Durchfall
  • Entzündung der Darmschleimhaut
  • Tränende und geschwollene Augen
  • Laufende Nase und Niesreiz
  • Hustenreiz
  • Asthma-Anfällen (ggf. sogar mit Atemnot)
  • Die schwerste Ausprägung der allergischen Reaktion ist der anaphylaktische Schock. Hierbei besteht absolute Lebensgefahr, bitte sofort den Notarzt rufen!

Was tun beim anaphylaktischen Schock?

  • Verhindern, dass dem Kind weiteres Allergen zugeführt wird, also zum Beispiel am weiteren Trinken von Kuhmilch oder am weiteren Essen von Erdnüssen hindern.
  • Medikamente aus dem Notfallset verabreichen.
  • Hat der kleine Patient keine Atemprobleme, sollte er in Schocklage gebracht werden: Oberkörper tief, Beine hoch lagern, damit das Blut zur Versorgung der Organe in Herz und Gehirn fließt.
  • Hat der kleine Patient Atemprobleme, sollte sein Oberkörper hoch, fast aufrecht gelagert werden.
  • Ist das Kind bewusstlos, muss es in stabile Seitenlage gebracht werden. Sein Mund muss also der tiefste Punkt sein. Auf diese Weise können Erbrochenes, Speichel und Blut im Mund- und Rachenraum nach außen ablaufen. Außerdem wird der Kopf etwas überstreckt, damit die Atemwege geöffnet bleiben.
  • Notarzt alarmieren!
  • Puls, Blutdruck und Atmung des Allergikers überwachen.
  • Wenn die Atmung aussetzt, muss sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen werden. Dazu den Kopf des Kindes leicht überstrecken, Nase zuhalten und die eigene Ausatemluft in den Mund des Kindes blasen.

Lebensmittelallergie-Behandlung

So frustrierend das ist, aber im Prinzip lässt sich für einen Allergiker die allergische Reaktion nur vermeiden, wenn er den Kontakt mit dem Allergen meidet. Sprich: Wer gegen Kuhmilch allergisch ist, sollte keine trinken, wer gegen Nüsse allergisch ist, keine essen. Je besser Eltern sich über die Allergie ihres Kindes informieren, desto einfacher ist es, die Inhaltsstoffe, die es nicht verträgt, zu meiden. Entsprechende Diätberater geben Hilfestellung. Und ein genauer Blick auf die Zutatenliste der Hersteller von Produkten ist natürlich unumgänglich. Zumindest die am häufigsten eine Allergie auslösenden Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Nüsse und Eier müssen inzwischen auf den Verpackungen von den Produzenten angegeben werden.

Tierhaarallergie

„Biiiitte Mama, kann ich ein Kätzchen habe? Oder ein Hündchen? Ich kümmere mich auch wirklich gaaanz alleine drum!“ Kaum etwas wird von Kindern so heiß ersehnt wie ein eigenes Haustier. Und Haustiere sind ja auch etwas ganz Wunderbares, bereichern das Leben! Indes: Katzen, Hunde, Hamster, Vögel, Pferde – sie alle können Allergien auslösen, und besonders auf Katzen reagieren leider viele Kinder allergisch. Da hilft nur eines: auf Haustiere verzichten.

Was hat es aber eigentlich mit der umgangssprachlich Tierhaarallergie genannten Allergie auf sich? Tatsächlich reagieren Menschen auf bestimmte Eiweißbausteine in Speichel, Talg und Schweißdrüsen der Tiere. Die Haare kommen dann ins Spiel, wenn das Tier sich durch Ablecken das Fell reinigt. Ob man aufs Tier allergisch reagiert ist schnell herausgefunden: Beschwerde wie tränende oder juckende Augen, juckende Nase, Hautausschlag oder Atemnot treten normalerweise ziemlich schnell nach Kontakt mit dem Tier auf. Ein Allergietest bringt dann Gewissheit.

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Gibt’s allergenfreie Hunde- oder Katzenrassen?

Das ist ein Irrtum. Untersuchungen konnten, wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund erklärt, „weder rasse- noch geschlechtsspezifische Unterschiede klar feststellen, die auf einen allergenfreien Hund schließen lassen. Bei allen Hunden fand man das Hauptallergen, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Menge.“

Bei den Katzen sieht die Sache ähnlich aus. Nach Angaben von „allergiefreie-allergiker.de gibt es keine Katzen, die wirklich Allergen-frei sind. Es soll aber solche geben, die sich für Allergiker besser eignen als andere, etwa die Allerca-Katzen, German Rex-Katzen oder die Sibirische Katze. Eine Garantie für Allergiefreiheit gibt es indes nicht. Am besten verbringt man vor dem Kauf einige Zeit mit dem Tier, um die Reaktion bei sich zu testen.

Tierhaarallergie-Behandlung

Nun ja, am besten behandelt man eine Tierhaar-Allergie, indem man Tiere meidet. Einen Versuch wert wären auch Luftreinigungsgeräte und häufiges Reinigen der Wohnung.

Hausstaubmilben

Ständig juckt die Nase oder das Atmen fällt schwer: Bereits Kinder können eine Hausstauballergie entwickeln. Und die sollte von einem Allergologen oder einem entsprechend geschulten Kinderarzt abgeklärt werden, die dann einen Allergietest durchführen, denn unbehandelt kann eine Hausstauballergie zu Asthma führen.

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Pricktest

Mit Hilfe eines Allergietests kann der Arzt feststellen, ob eine Sensibilisierung gegen Milben vorliegt. Dazu macht er den sogenannten Pricktest, bei Kindern wird am Unterarm, bei Kleinkindern und Säuglingen möglicherweise am Rücken zunächst eine kleine Menge verschiedener Allergenextrakte aufgetragen, danach in die oberste Hautschicht eingebracht. Die Stelle wird rot oder schwillt an, wenn das Kind auf den jeweiligen Stoff allergisch reagiert.

Häufig tritt eine Hausstauballergie innerhalb der ersten sechs Lebensjahre auf. Und ist anfangs von einer simplen Erkältung nicht zu unterscheiden, denn die Symptome ähneln sich:

  • Niesen
  • Juckende Nase
  • Husten
  • Tränende Augen
  • Juckende Augen
  • Mitunter Atembeschwerden
  • Manchmal auch Neurodermitis.

Um die Hausstauballergie von der Erkältung unterscheiden zu können, sollten Eltern darauf achten, wann und wo die Beschwerden beim Nachwuchs auftreten. Wenn das Kind besonders nachts und morgens, nachdem es im Bett gelegen hat, Beschwerden hat, deutet vieles auf eine Hausstauballergie hin, denn Milben fühlen sich in feuchtwarmer Umgebung wohl – vor allem im Bett eben. Und vor allem im Kleinkinderbett. Denn die bis zu einem halben Millimeter großen Milben finden dort ihr Hauptfutter: Hautschuppen. Und weil Kleinkinder bekanntermaßen viel Zeit im Bett verbringen, ist das für Milben denn auch eine Art Schlaraffenland.

Und natürlich ist es schwierig, mikroskopisch Kleines wie Hausstaubmilben zu meiden, denn sie sind in jedem Gramm Staub und überall, wo es feuchtwarm ist: in Betten und Decken, Vorhängen und Polstermöbeln, Kissen und Tüchern. Nicht durch die Tiere selbst werden übrigens allergische Reaktionen verursacht, sondern durch ihren Kot.

Aber was kann man dagegen tun? Immerhin sind sie natürliche Mitbewohner unserer Umgebung und haben auch nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Sie übertragen auch keine Krankheiten. Allein: Sie machen Allergikern das Leben schwer. Und die Symptome treten, anders als beim Heuschnupfen, auch ganzjährig auf.

Wie lässt sich Hausstaubmilbenallergie vermindern?

  • Natürlich lässt sich eine Staub- und Milben-freie Wohnung gar nicht gänzlich realisieren, aber um das Allergierisiko zu vermindern, sollte man:
  • Alle Zimmer, vor allem aber die Schlafzimmer gut und oft lüften, samt Bettzeug und Matratze.
  • Oft Bettwäsche waschen, am besten auch waschbare Kissen und Decken verwenden und Bezug aus Seide.
  • Eine allergengeprüfte Matratze nutzen, gegebenenfalls einen allergendichten Matratzenüberzug drüberlegen, um die Allergenbelastung zu senken.
  • Teppiche regelmäßig saugen.
  • Gardinen häufig waschen.
  • Für Kinder möglichst nur waschbare Stofftiere anschaffen und diese eben auch häufig waschen.
  • Glatte Böden häufig feucht wischen.
  • Auf Staubfänger verzichten, Spielzeug und Bücher in Schränken verstauen, gerade im Kinderzimmer keinen Teppich auslegen.
  • Apropos Kuscheltiere: Wessen Kinder schon einmal Läuse hatten, der kennt das Prozedere: Kuscheltiere mindestens 48 Stunden bei -15 Grad im Tiefkühlschrank zwischenlagern. Das tötet Läuse – und auch Milben. Danach die Kuscheltiere in die Waschmaschine stecken, um sie von Kot und Milben zu befreien.
  • Raumluftreiniger können ebenfalls die Allergenbelastung senken.
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Hyposensibilisierung

Analog zur Pollenallergie ist übrigens auch bei einer Hausstauballergie eine Hyposensibilisierung zu empfehlen. Durch sie lernt das Immunsystem des Kindes, weniger empfindlich auf die Allergene zu reagieren. Zudem kann sie verhindern, dass es zu einem „Etagenwechsel“ kommt, bei dem sich die Beschwerden von den oberen Atemwegen auf die unteren verlagern, so dass ein allergisches Asthma entsteht. Eine Hyposensibilisierung ist für Kinder ab etwa fünf Jahren geeignet. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber!

Wie das Allergierisiko generell gesenkt werden kann

Säuglinge mit einem erhöhten Allergierisiko – wenn beispielsweise schon ein Familienmitglied Allergiker ist – sollten vor Tabak, Autoabgasen und organischen Lösungsmitteln in Farben und Lacken geschützt werden. Auf keinen Fall sollte in der Wohnung geraucht werden!

Die Nahrung spielt bei Allergikern im Zweifelsfall auch eine Rolle. Muttermilch wird daher zur Allergieprävention empfohlen. Zumindest in den ersten vier Monaten sollte das Baby, wenn möglich, voll gestillt werden.

Welche Säuglingsnahrung speziell für Ihren Nachwuchs geeignet wäre, sprechen Sie bitte mit dem Kinderarzt und/oder einer Ernährungsberatung ab.

Welche Säuglingsnahrung speziell für Ihren Nachwuchs geeignet wäre, sprechen Sie bitte mit dem Kinderarzt und/oder einer Ernährungsberatung ab.

Schutzimpfungen sind übrigens KEIN Risikofaktor für Allergien Daher sollten auch bei allergiegefährdeten Kindern die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen durchgeführt werden (siehe auch unser Februar-Thema „Frühjahrsputz in der Hausapotheke).

Fürs Kind sollten Seifen, Cremes und Shampoos verwendet werden, die frei von Duft- und Farbstoffen sind, auf Kinderparfüm sollte gänzlich verzichtet werden.

Tipp – nicht nur für Allergiker:

Die Nummer des Haus- und des Kinderarztes sollte in der Hausapotheke (siehe unser Februar-Thema) auf einem in den Deckel geklebten Karteikärtchen ebenso notiert werden wie die der nächstgelegenen (Kinder)-Kliniken, die  Notrufnummer 112, die des ärztlichen Bereitschaftsnotdienstes 116 117 und die Telefonnummer der Giftnotrufzentrale. Letztere ist von Bundesland zu Bundesland verschieden, deswegen hier eine Aufstellung:

 

Baden-Württemberg:
0761 19240

Bayern:
089 19240

Berlin, Brandenburg:
030 19240

Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen:
0551 19240

Hessen, Rheinland-Pfalz:
06131 19240

Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen:
0361 730730

Nordrhein-Westfalen:
0228 19240

Saarland:
06841 19240

FEBRUAR - Frühjahrsputz in der Hausapotheke

Eine gut sortierte Hausapotheke sollte folgendes beinhalten:

Arzneimittel:

  • Desinfektionsmittel
  • Wund- und Heilsalbe
  • Augentropfen
  • Ein Mittel/Gel gegen Insektenstiche bzw. Sonnenbrand
  • Krampflösende Zäpfchen
  • Schmerzmittel
  • Fiebermittel
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Verstopfung
  • Mittel gegen Husten
  • Mittel gegen Schnupfen
  • Mittel gegen Halsschmerzen
  • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden
  • Gel gegen Zerrungen, Verstauchungen und Prellungen
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Verbandsmaterial:

  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Heftpflaster
  • Blasenpflaster
  • Brandwunden-Verbandspack
  • Sterile Kompressen
  • Mullbinden
  • Dreieckstuch

Instrumente:

  • Einmalhandschuhe
  • Fieberthermometer
  • Verbandsschere
  • Sicherheitsnadeln
  • Pinzette
  • Dreieckstuch
  • Wattestäbchen
  • Zeckenzange

Sonstiges:

  • Wärmflasche
  • Kirschkernkissen
  • Kühle Kompressen
    (die natürlich im Eisfach gelagert werden sollten)

Zusatz: Kinder-Hausapotheke

Speziell für Babys und Kinder:

  • Mitteln gegen Zahnungsschmerzen
  • Fieberzäpfchen oder Fiebersaft (dem Alter entsprechend)
  • Cremes gegen Hautentzündungen im Windelbereich
  • Kochsalz-Nasenspray
  • Erkältungsbalsam
  • Elektrolyt-Lösung (bei Durchfall)

Tipp:

Die Nummer des Haus- und des Kinderarztes sollte auf einem in den Deckel geklebten Karteikärtchen ebenso notiert werden wie die der nächstgelegenen (Kinder)-Kliniken, die  Notrufnummer 112, die des ärztlichen Bereitschaftsnotdienstes 116 117 und die Telefonnummer der Giftnotrufzentrale.

Der beste Lagerplatz für die Hausapotheke

Eines ist klar:

Wer kleine Kinder im Haus hat, sollte die Medikamente immer sicher wegschließen. Das oberste Badezimmerregal oder das oberste Küchenregal mag einem da als sinnvoll erscheinen – ist es aber nicht. Denn Küche und Bad sind ob der dort oft feuchten und/oder warmen Luft eher ungeeignet, Medikamente dort länger zu lagern. Besser geeignet sind Schlaf- oder Wohnzimmer.

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Systematik der Lagerung

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  • Oberstes Gebot: Verpackungen und Beipackzettel aufbewahren. So behält man den Überblick über das Ablaufdatum.
  • Medikamente, die gerade akut eingenommen werden, können mit dem Namen des Patienten gekennzeichnet werden und am besten auch mit Beginn des Einnahmedatums – so behält man den Überblick.
  • Vom Arzt verschriebene Medikamente, die nicht aufgebraucht wurden, sollten später nicht mehr eingenommen und auch nicht aufgehoben werden, um sie gegebenenfalls einem anderen geben zu können.
  • Einmal im Jahr sollte die Hausapotheke mindestens durchgesehen und geprüft werden, ob die Medikamente noch in ihrer Dosierung richtig für den Nachwuchs sind und auch, um abgelaufene Medikamente und Verbandsmaterial zu ersetzen. Augentropfen haben zum Beispiel nur eine geringe Haltbarkeit.

Der richtige Umgang mit abgelaufenen Medikamenten

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher entsorgen abgelaufene Medikamente falsch. Zu oft landen Arzneimittel in der Toilette – mit schlimmen Folgen für die Umwelt. Wie man es richtig macht, erklärt die Bundesregierung:

„Sofern der Beipackzettel eines Medikaments keine speziellen Hinweise für die Entsorgung enthält, gilt demnach Altmedikamente kann man - entgegen landläufiger Meinung - im Hausmüll entsorgen. Denn Restmüll wird heutzutage verbrannt und nicht mehr auf Deponien gelagert. Das gewährleistet die vollständige Zerstörung von Wirkstoffen. Das Entsorgen über den Hausmüll ist deshalb der derzeit umweltfreundlichste Weg.“

Allerdings: Apotheken bietet oftmals freiwillig die Rücknahme von Arzneimitteln an. Sie sind dazu aber nicht verpflichtet. Unabhängig hiervon sehen viele Städte und Gemeinden neben der Hausmüllentsorgung weitere Möglichkeiten für die Entsorgung von Altarzneimitteln vor: So gibt es zum Beispiel  ,Medi-Tonnen‘, Schadstoffsammelstellen und Schadstoffmobile.“ Am besten bei der eigenen Gemeinde mal nachfragen.

Bewährte Hausmittel

Natürlich sind Halstabletten klasse, wenn das Kind Halsschmerzen hat, Schmerztabletten gut, wenn das Kind Schmerzen hat. Aber manchmal helfen auch kleinere Hausmittelchen. Im Folgenden eine kurze Aufstellung von Großmutters Ratschlägen:

Halswickel

Bei Erkältungen und Halsschmerzen. Ein feuchtes kühles Tuch locker um den Hals wickeln. Darüber ein zweites Tuch und dann einen Wollschal. Den Wickel abnehmen, wenn er warm geworden ist, nach 20 Minuten erneuern.

Kalte Umschläge

Bei Kopfschmerzen, Fieber, Verbrennungen ein feuchtes Tuch auflegen.

Quarkwickel

Bei Bronchitis und Halsschmerzen eine dünne Schicht Quark auf ein Leintuch auftragen. Mit der Quarkseite auf die Haut legen, darüber einen Wollschal wickeln. Wickel abnehmen, wenn der Quark trocken geworden ist.

Wärmflasche oder Kirschkernkissen

Bei allen Beschwerden, die sich durch Wärme lindern lassen. Bei Babys bitte mit der Temperatur der Flache oder des Kissens ganz besonders vorsichtig sein.


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Wadenwickel

Ein echter Klassiker, wenn man mit einer dicken Erkältung oder Grippe und Fieber im Bett liegt. Ein Handtuch in lauwarmes Wasser tauchen und um die Unterschenkel wickeln. Darüber ein trockenes Tuch legen. Wenn sich der Wickel erwärmt hat, wechseln. Wadenwickel nur bei Fieber über 39 Grad Celsius anwenden. Denn eigentlich ist Fieber gerade bei einer Grippe etwas Gutes: Es setzt im Körper den Selbstheilungsprozess in Gang. Durch die hohe Temperatur tötet Fieber Viren und Bakterien und sorgt dafür, dass die eigene Abwehr sozusagen in die Puschen kommt.

Kamillentee

Kamille lindert Husten. Einfach die Kamille aufbrühen und den warmen Dampf bis zu zehn Minuten mindestens dreimal täglich tief einatmen. Natürlich ist auch ein Tee mit Kamille prima, um Husten zu beruhigen. Allergiker sollten allerdings besser auf eine Behandlung mit Kamille verzichten, da sie Allergien auslösen kann.

Warme Milch mit Honig

Großmutters bester Vorschlag: Wenn’s mit dem Einschlafen nicht klappt, abends ein Glas warme Milch mit Honig trinken, das hilft. Der Milcheiweißstoff Tryptophan wird nämlich im Hirn zu schlaffördernden Substanzen umgewandelt. Und dass Honig gesund ist, zum Beispiel entzündungshemmend wirkt, ist ja bekannt.

Vorlesen, vorsingen, basteln

Die beste Medizin ist möglicherweise eine nicht-medizinische. Das kranke Kind zu betüdeln wirkt in der Regel nämlich Wunder. Zum Beispiel, wenn man sich Zeit nimmt und (lange) Geschichten vorliest, Quatschlieder vorsingt oder aus Klopapierrollen einen kleinen So-lange-Du-krank-bist-Kalender in Tannenbaumformat bastelt (die Klopapierrollen in grüne Alufolie einwickeln und ein Ende mit Watte zukleben), der für jeden Tag der Krankheit eine kleine Überraschung bereithält – und sei es auch nur ein kleiner Zettel mit einem „Du bist so tapfer“ drauf.


Impfungen

Schon vor der Geburt wird ein Baby mit Abwehrstoffen gegen die meisten Infektionskrankheiten, die seine Mutter bislang durchgemacht hat, „geimpft“. Nach der Geburt kann sich das durchs Stillen verstärken. Später aber muss das Immunsystem des Nachwuchses aus eigener Kraft mit Krankheiten fertig werden. Erkrankt ein Kind, dann produziert Körper Antikörper, die es künftig vor weiteren Erkrankungen, die vom gleichen Erreger sozusagen provoziert werden, schützt. Beim Impfen wird dieser Vorgang nachgeahmt. Der Organismus kommt durch eben das Impfen mit Erregern in Berührung. Als Folge darauf reagiert das Abwehrsystem auf diese künstliche Infektion, indem es Antikörper produziert. Der Körper wird also dazu gebracht, vor einer echten Ansteckung und Erkrankung mit der Produktion von Antikörpern loszulegen, damit die dann später vor einer Infektion schützen. So ist für Immunität gesorgt, entweder ein Leben lang oder auch für einen begrenzten Zeitraum, denn manche Impfungen muss man natürlich von Zeit zu Zeit wiederholen.

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Viele Eltern, gerade von Neugeborenen, fürchten Nebenwirkungen. Aber die heute verabreichten Erreger sind abgeschwächt, abgetötet oder entgiftet und Nebenwirkungen sind daher selten. Die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut sagt: „Moderne Impfstoffe sind gut verträglich; bleibende gravierende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) werden nur in sehr seltenen Fällen beobachtet. Unmittelbares Ziel einer Impfung ist es, Geimpfte vor einer bestimmten Krankheit zu schützen. Bei einer bevölkerungsweit hohen Akzeptanz von Impfungen können hohe Impfquoten erreicht werden. Dadurch ist es möglich, bestimmte Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten. Die Eliminierung von Masern, Röteln und Poliomyelitis ist erklärtes und erreichbares Ziel nationaler und internationaler Gesundheitspolitik.“

Die Ständige Impfkommission empfiehlt daher für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter anderem Impfungen zum Schutz vor

  • Tetanus,
  • Diphtherie,
  • Pertussis,
  • Haemophilus influenzae Typ b,
  • Poliomyelitis,
  • Hepatitis B,
  • Herpes zoster,
  • Pneumokokken,
  • Rotaviren,
  • Meningokokken,
  • Masern, Mumps, Röteln,
  • Varizellen
  • sowie gegen humane Papillomviren (HPV)
  • und saisonal Influenza, also Grippe.

Panik vor der Spritze

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Vermutlich ist die Sache im gesamtgesellschaftlichen Gedächtnis der Menschheit gespeichert: Spritzen mag nämlich keiner. Manche gehen locker damit um, manche haben regelrecht Horror davor - vor allem Kinder.
Es nutzt aber nichts: Manchmal müssen Spritzen eben sein. Je nach Alter des Kindes sollten Eltern dem Nachwuchs erklären, warum die Sache nicht diskutabel ist. Bei kleineren Kindern hilft Ablenkung oder eben: Augen zu und durch. Denn, "nein" zur Medizin heißt im Zweifelsfall "ja" zur Krankheit.

JANUAR - Achtung, Sturzgefahr

Regen, Eis, Schnee, Glätte – unabhängig von der Witterung müssen Kinder ja irgendwie in den Kindergarten oder die Schule kommen – oder sich einfach auch nur mal draußen austoben.

Die Rutschgefahr ist dabei nicht von der Hand zu weisen, aber wenn man zwei, drei Sicherheitsaspekte bedenkt verringert sich die Gefahr:

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  • Bitte bedenken: Bei Glatteis verlängert sich der Bremsweg von Autos Bussen und Rädern. Kinder sollten deswegen an Ampeln und Zebrastreifen lieber nochmal einen Extrablick riskieren, um zu prüfen, dass auch wirklich alle Fahrzeuge anhalten, bevor sie die Straße überqueren.
  • Vielleicht nicht super modisch, aber in jedem Fall im Winter angesagt: Schuhe mit Profil. Sie verringern die Rutschgefahr.
  • Radfahren im Winter? Bitte nicht! Das Fahrrad sollte im Winter in der Garage stehen bleiben. Fahrräder besitzen nun mal keine Winterreifen und die Räder rutschen, wenn das Kind bremsen muss, ziemlich schnell zur Seite weg.

Verletzungen am Bewegungsapparat

Prellungen

Eine Prellung entsteht, wenn bei einem Stoß die Blutgefäße verletzt werden und Blut in das Gewebe fließt, sich dort staut und dann anschwillt. Mit einer dicken Beule oder einem Bluterguss als Folge. In der Regel helfen:

  • Kalte Umschläge, die die Schwellung lindern
  • Kühlende elastische Druckverbände (allerdings nicht zu fest und so lange die Schwellung noch zunimmt, sollte ohnehin kein Verband angelegt werden, denn der könnte den Blutabfluss behindern)
  • Arnikasalbe
  • Und natürlich, nicht zu vergessen: ein bisschen Quatsch drum herum, um die Schmerzen erträglicher zu machen. Also den Bluterguss vielleicht zu einem Gesicht anmalen (am besten mit Wasserfarbe).
  • Nach zwei Tagen darf die verletzte Stelle auch wieder mit Wärme behandelt werden, um dann wiederum die Durchblutung zu fördern.
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Verstauchungen

Eine Verstauchung passiert auch schnell bei Kindern, denn ihre Knochen, Sehnen und Gelenke sind noch sehr elastisch. Wird aber überdehnt oder sind Fasern von Sehnen oder der Gelenkkapsel gerissen, dann schwillt das Gelenk an und schmerzt höllisch. Dann handelt es sich um eine Verstauchung.

 

Zunächst helfen bei Verstauchungen:

  • Gelenk hochlegen und ruhigstellen
  • Kalte Umschläge machen
  • Arnikasalbe
  • Einen lockeren Stützverband anlegen
  • Abwarten, dass der Schmerz wieder nachlässt.


Allerdings:

Wenn die Schwellung stark ist und nach drei Tagen nicht zurück geht, wenn das Kind Schmerzen hat oder über Schwindelgefühl klagt, ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Kurz zusammengefasst gelten bei Kindern die gleichen Sofortmaßnahmen wie bei Erwachsenen, wenn es um Prellungen und Verstauchungen geht, nämlich die sogenannte PECH-Regel:

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern

Medikamente

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Stellt sich noch, je nach Alter des Kindes, die Frage nach möglicher Medikamentierung. Hierzu sei gesagt: Natürlich helfen als Medikamente bei akuten Verletzungen schmerz- und entzündungshemmende Mittel. Allerdings wird durch das Schmerzmittel der Schmerz als weiteres Warnsignal auch weitgehend unterdrückt - und dann muss besonders darauf geachtet werden, dass das Gelenk nicht bewegt wird und wie der kleine Patient oder die kleine Patientin sich sonst so fühlen.

So legt man einen Druckverband an

  • Auf die verletzte Stelle eine keimfreie Mullkompresse legen und mit einer Mullbinde befestigen.
  • Auf die Kompresse ein zweites Verbandspäckchen legen, auch das wieder umwickeln.
  • Die Binde darauf verknoten.
  • Das verletzte Körperteil hoch lagern.

Knochenbrüche

Wenn das Kind nach einem Sturz nicht mehr wagt, sich zu rühren, wenn es über Übelkeit klagt und starke Schmerzen hat, dann liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Knochenbruch handelt. Und der muss natürlich im Krankenhaus untersucht, eindeutig diagnostiziert und behandelt werden. Bei einem Knochenbruch wird die natürliche Form des Knochens durch Kräfte, die von außen auf den Knochen einwirken, etwa durch einen Sturz, unterbrochen. Der Knochen kann sich verbiegen, einreißen, zersplittern, abscheren, zusammendrücken, teilweise brechen oder komplett brechen. Im Röntgenbild erkennt man dann sofort um welchen Bruch-Typ es sich handelt.

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Anzeichen für einen Knochenbruch: 
  • Starke Schmerzen
  • Schwellung und Bluterguss
  • Bewegungseinschränkung oder Schonhaltung der verletzten Gliedmaße
  • Unnatürliche Stellung oder Beweglichkeit der verletzten Gliedmaße
Arten von Knochenbrüchen bei Kindern:

  • Vollständiger Knochenbruch: Hier ist die äußere Schicht des Knochens komplett durchgebrochen.
  • Unvollständiger Knochenbruch: Hier besteht noch eine Verbindung der Bruchstücke. Diese Art von Knochenbrüchen ist sehr häufig im Kindes- und Jugendalter.
     
  • Nicht verschobener, einfacher Knochenbruch: Die Bruchstücke stehen in gutem Kontakt zueinander und in einer Achse.
     
  • Verschobener Knochenbruch: Die Bruchstücke sind zueinander so sehr verschoben, dass eine Operation notwendig ist, um den Kontakt zwischen den Bruchstücken und die Normalstellung des Knochens wiederherzustellen.
     
  • Geschlossener Knochenbruch: Der Knochen ist gebrochen, die darüber liegende Haut jedoch unverletzt.
     
  • Offener Knochenbruch: Der Knochen ist gebrochen und kommt durch die Haut. Man sieht bei einer nach außen offener Verletzung der Weichteile - Teile des Knochens sind sichtbar. Wegen der hohen Infektionsgefahr ist der offene Bruch ein Notfall und muss frühzeitig operiert werden.

  • Der Wachstumsfugenbruch (Epiphysenfraktur): Besonders aufmerksam muss man Knochenbrüchen im Bereich der Wachstumsfuge (Epiphyse) sein. Diese ist für das Längenwachstum der Knochen verantwortlich und bei Kindern noch nicht geschlossen. Werden Knochenbrüche in diesem Bereich nicht erkannt oder falsch behandelt, können sie zu Wachstumsstörungen, früherem Wachstumsstillstand und Fehlstellungen der betroffenen Gliedmaße oder Gelenke führen.

Grünholzfraktur

Grünholz, der Name klingt schon nach dem leichten Umknicken von dünnem Holz – und genau daher leitet sich der Name Grünholzbruch ab. Die Knochen von Kindern haben nämlich die Eigenschaft, wenn sie brechen, wie ein grüner Zweig zu brechen, nämlich nur an einer Seite, die andere Seite wird „nur“ verformt und die Knochenhaut bleibt an dieser Seite intakt. Die gute Nachricht: Bei Grünholzbrüchen, bei denen der Knochen nahezu in seiner normalen Stellung steht, reicht in der Regel ein Gips.

Bei Grünholzbrüchen, die deutlich von der Normalstellung abweichen, muss die nur verformte Seite des Knochens allerdings im Rahmen einer Operation ebenfalls gebrochen werden, um eine Normalstellung des Knochens zu erreichen und Wachstumsstörungen zu vermeiden. Anschließend gibt’s dann auch hier einen Gips.

Noch ein Wort zum Stauchungsbruch: Bei einem Stauchungsbruch wird der Knochen durch die bei einem Sturz von außen einwirkenden Kräften mit Gewalt zusammengedrückt. Die Knochenhaut bleibt dabei intakt. Statt einem echten Bruch sieht man im Röntgenbild nur einen Wulst. Auch hier gibt’s einen Gips.

Gips, Gips und nochmal Gips

Die Sache ist ziemlich eindeutig: Hat ein Kind sich etwas gebrochen, kommt es in der Regel ohne Gips nicht aus. Der ist am Anfang zwar spannend, weil neu. Nach einigen Wochen ist das Ding allerdings nur noch lästig, die Haut darunter juckt. Findige Kinder nehmen dann schon mal eine Fliegenpatsche aus Plastik, drehen sie zum Stielende um und versuche mit dem Stielende unter den Gips zu kommen und sich zu kratzen. Das ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin verschafft es ein bisschen Linderung.

Erträglicher könnte es die Sache auch machen, wenn man einen Gips-ab-Kalender erstellt, an dem man die Tage durchstreicht, bis es endlich so weit ist, dass der Gips abgenommen wird. Leucht-Aufkleber, die im Dunkeln auf dem Gips leuchten, könnten – das hängt natürlich ein bisschen vom Alter des Kindes ab – ebenfalls helfen.

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Kopfverletzung

Kinder fallen natürlich alle Nase lang hin, nicht nur im Winter. In den allermeisten Fällen kommt der Nachwuchs nach einem Sturz auf den Kopf mit einer Beule davon. Vielleicht färbt sie sich blau und grün, aber nach ein paar Tagen ist die Sache wieder vergessen und die Beule verschwunden. Denn die Natur hat gut vorgesorgt, gerade bei Babys und Kleinkindern sind die Schädelnähte noch nicht geschlossen, die Knochenmasse ist noch recht elastisch und kann Stöße daher ganz gut abfangen.

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Nach einem Sturz auf den Kopf sollte der kleine Patient dennoch eine Weile nicht aus den Augen gelassen werden. Klagt er zum Beispiel über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, fühlt sich matt, ist es höchste Zeit für einen Arztbesuch. Es könnte sich nämlich um eine Gehirnerschütterung handeln.

Bei einer leichten Gehirnerschütterung genügt in der Regel Ruhe, damit sich das Gehirn wieder Erholung findet. Und die meiste Ruhe findet das Gehirn im Schlaf – zu den normalen Schlafzeiten und vielleicht nochmal ein Mittagsschlaf dazu. Zur Sicherheit den Mittagsschlaf nach zwei Stunden unterbrechen. Und wenn ein Schulkind, das üblicherweise keinen Mittagsschlaf mehr macht, einfach mittags einschläft, sollte doch ein Arzt hinzugezogen werden.

Treten Symptome wie verwaschene Sprache, Fieber, Hör- oder Sehprobleme, muss das Kind im Krankenhaus untersucht werden.

Hirnblutung

Eine starke Gewalteinwirkung auf den Kopf kann zu inneren Hirnblutungen führen. Nicht in Panik verfallen, denn Hirnblutungen sind selten. Aber: Sie sind gefährlich und von außen nicht sichtbar. Hirnblutungen zeigen sich typischerweise erst nach einigen Stunden nach dem Unfall auf. Das verletzte Kind schein also erst einmal normal, wird aber innerhalb von ein Stunden bewusstlos oder zeigt andere Symptome. 

Erste Hilfe bei Kopfverletzungen

  • Die Beule nach der PECH-Regel behandeln und vor allem kühlen
  • Bei einer Platzwunde sterilen Druckverband anlegen, damit die Wunde aufhört, zu bluten
  • Bei Bewusstseinsstörungen den kleinen Patienten nicht aus den Augen lassen und Puls und Atmung überwachen, bis der Arzt kommt
  • Bei Bewusstlosigkeit den kleinen Patienten seitlich lagern (stabile Seitenlage), um zu vermeiden, dass er durch Erbrochenes erstickt. Notarzt rufen!
Wann muss eine Kopfverletzung in der Klinik untersucht werden?

  • Bewusstlosigkeit nach einem Unfall
  • Bewusstseinsstörungen
  • Starken Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Erbrechen
  • Großer Schwellung
  • Verwaschener Sprache
  • Blutungen aus dem Ohr

Hirnblutung

Eine starke Gewalteinwirkung auf den Kopf kann zu inneren Hirnblutungen führen. Nicht in Panik verfallen, denn Hirnblutungen sind selten. Aber: Sie sind gefährlich und von außen nicht sichtbar. Hirnblutungen zeigen sich typischerweise erst nach einigen Stunden nach dem Unfall auf. Das verletzte Kind schein also erst einmal normal, wird aber innerhalb von ein Stunden bewusstlos oder zeigt andere Symptome. 

Erste Hilfe bei Kopfverletzungen

  • Die Beule nach der PECH-Regel behandeln und vor allem kühlen
  • Bei einer Platzwunde sterilen Druckverband anlegen, damit die Wunde aufhört, zu bluten
  • Bei Bewusstseinsstörungen den kleinen Patienten nicht aus den Augen lassen und Puls und Atmung überwachen, bis der Arzt kommt
  • Bei Bewusstlosigkeit den kleinen Patienten seitlich lagern (stabile Seitenlage), um zu vermeiden, dass er durch Erbrochenes erstickt. Notarzt rufen!
Wann muss eine Kopfverletzung in der Klinik untersucht werden?

  • Bewusstlosigkeit nach einem Unfall
  • Bewusstseinsstörungen
  • Starken Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Erbrechen
  • Großer Schwellung
  • Verwaschener Sprache
  • Blutungen aus dem Ohr

DEZEMBER - Sicher durch die Adventszeit

Verbrennungen und Verbrühungen zählen zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter und ereignen sich meist im häuslichen Milieu. Offenes Feuer und stimmungsvolle Kerzen üben einen magischen Reiz auf Kinder aus – aus diesem Grund ergeben sich für die Kleinen gerade in der Vorweihnachtszeit einige Gefahren.

In unserem Monatsthema erfahren Sie, wie Sie und  Ihre Familie sicher durch den Advent kommen.

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  • Lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt. Leichter gesagt, als getan - dennoch, sorgen Sie in jedem Fall für eine kindersichere Wohnung und versuchen Sie das Gefahrenrisiko zu minimieren. 
  • Bewahren Sie Behälter mit heißem Inhalt außer Reichweite von Kindern auf. Dazu gehören auch Tassen oder Kannen mit heißen Getränken.
  • Drehen Sie Topf- und Pfannengriffe stets nach hinten und treffen Sie Sicherungsmaßnahmen wie Absperrmechanismen (Herdschutzgitter).
  • Essen oder trinken Sie nichts Heißes, während Ihr Kind auf Ihrem Schoß sitzt.
  • Vermeiden Sie Brandbeschleuniger beim Grillen. Durch die Verwendung von Spiritus, Alkohol oder Benzin entsteht eine gefährliche Verpuffung, die ein Feuer entfacht.
  • Lassen Sie Feuerutensilien wie Streichhölzer, Feuerzeug und Gasanzünder nicht offen liegen.
  • Versteckte Gefahren an Weihnachten und Silvester:
  • Adventskranz, Kerzen, Weihnachtsbaum, Wunderkerzen
  • Klären Sie Ihr Kind frühzeitig über die Gefahrenquellen auf. Weiß Ihr Kind, dass Feuer heiß ist und weh tut, wird es vorsichtiger sein und unnötige Risiken vermeiden.
  • Installieren Sie Rauchmelder – diese bieten einen zusätzlichen Schutz.
  • Halten Sie die Rufnummer der Rettungsleitstelle bereit.

Sicherheitscheck

In Haushalten mit Kindern können Kerzen schnell gefährlich werden! Mit diesem Sicherheitscheck können Sie die Vorweihnachtszeit ohne böse Überraschungen und unangenehme Vorkommnisse genießen. So schützen Sie Ihre Kinder:


1. Sicherer Umgang mit Feuer

Lagern Sie Streichhölzer und Feuerzeuge an einem sichereren - für Kinder unzugänglichen Ort. Kinder sollten Kerzen nur unter Anleitung von Erwachsenen entzünden.

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2. Adventskränze

Adventskränze und Adventsgestecke sollten nur auf feuerfesten, nichtbrennbaren Unterlagen abgestellt werden. Bedenken Sie außerdem, dass überhängende Tischdecken gefährlich werden können, da Ihr Kind diese herunterziehen könnte. Ausgetrocknete Adventskränze oder Tischgestecke sollten rechtzeitig ausrangiert werden. Verwenden Sie dicke Kerzen, die sicher auf dem Adventskranz befestigt werden.

3. Weihnachtsbaum

Beim Kauf des Baumes sollte darauf geachtet werden, dass er nicht zu trocken ist. Stellen Sie den Baum in einen geeigneten Ständer und achten Sie darauf, ihn nicht in der Nähe einer Heizung oder Kaminofens aufzustellen.

Außerdem sollte der Baum möglichst mit Abstand zu Gardinen, Vorhängen oder anderen, leicht entzündlichen Textilien aufgestellt werden. Verzichten Sie auf leicht brennbaren Baumschmuck, wie Strohsterne. Bedenken Sie dennoch, dass jede Lichterkette irgendwann heiß wird! Damit die Gefahr einer Überhitzung gering gehalten wird, werden hochwertige LEDs mit Prüfzeichen empfohlen.


4. Keine Wunderkerzen im Haus

Wegen der erhöhten Brandgefahr sollte auf Wunderkerzen im Haus oder in der Wohnung verzichtet werden. Wunderkerzen gehören nicht in Kinderhände.

5. Rauchmelder

Rauchmelder bieten einen zusätzlichen Schutz vor Brandverletzungen und Rauchvergiftungen. Prüfen Sie die Batterien und die Funktionsfähigkeit regelmäßig.

Verbrennungen

Verbrennung 1. Grades
Bei Verbrennungen 1. Grades betrifft die oberflächlichen Hautschichten. Die Haut ist hierbei stark gerötet. Der Betroffene verspürt einen brennenden, ziehenden Schmerz. Ein Beispiel ist der Sonnenbrand.

Verbrennung 2. Grades
Bei Verbrennungen 2. Grades, die durch heiße Gegenstände oder Flüssigkeiten verursacht werden können, kommt es zur Blasenbildung. 


Verbrennung 3. Grades

Eine Verbrennung 3. Grades ist gekennzeichnet durch die vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebsschichten bis hin zur Verkohlung. Die Schmerzempfindlichkeit ist durch die Schädigung der Nervenenden stark vermindert.
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Verbrennungen - Sofortmaßnahmen

1. Bleiben Sie ruhig - geraten Sie NICHTin Panik.
Versuchen Sie außerdem Ihr Kind zu beruhigen.

2. Betroffene Stelle mit lauwarmem Wasser abspülen und kühlen - bis die Schmerzen nachlassen (aber NICHT länger als 10 Minuten). Kühlen Sie NICHT mit eiskaltem Wasser, Coolpacks oder Eiswürfeln. Hierbei besteht die Gefahr einer Unterkühlung bzw. eines Kreislaufversagens.

3. Kommt es zur Blasenbildung - lassen Sie die Blase verschlossen.
Öffnen Sie die Blase Die verschlossene Blase schützt vor Infektionen.

4. Entfernen Sie die Kleidung Ihres Kindes nur dann, wenn sie nicht an der Haut haftet!

5. Bei Verbrennungen 3. Grades - kühlen Sie die betroffene Stelle NICHT.

6. Decken Sie die Wunde mit einer sterilen Wundauflage einem Brandtuch ab und fixieren Sie diese mit einem lockeren Verband.

7. Verständigen Sie bei Verbrennungen 2. und 3. Grades unmittelbar den NOTARZT (112).
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Bei Unsicherheit und Bewusstlosigkeit Notruf absetzen!

Beginnen Sie bei einem Kreislaufstillstand mit der Reanimation.

NOVEMBER - Erkältungszeit

In der kalten Jahreszeit sind Erkältungen vorprogrammiert …
Da das kindliche Immunsystem noch unausgereift ist und sich noch nicht genug Antikörper entwickelt haben, sind Kinder besonders anfällig für Erkältungen (OKTOBER – Immunsystem).

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Besonders leicht breiten sich Erkältungsviren aus, wenn die Kleinen in Krippe, Kindergarten oder Schule engen Kontakt mit anderen Kindern haben. Im Schnitt erkranken Kinder im Alter von 0-4 Jahren pro Jahr ca. 8-12 Mal an einem grippalen Infekt. Aber – jede Erkältung stärkt das Immunsystem Ihres Kindes!

Bei Säuglingen zeigt sich eine Erkältung häufig dadurch, dass das Baby mehr schreit und weint als sonst und sich nur schwer beruhigen lässt. Symptome wie Husten, Schnupfen und Niesen zeigen sich nach 2-5 Tagen. Bei Babys ist leichtes Fieber häufig eine Begleiterscheinung der Erkältung. Des Weiteren sind bei Neugeborenen auch die Augen oft betroffen und gerötet.

Erkältungssymptome:

  • Abgeschlagenheit und schlechtes Allgemeinbefinden
  • Weniger Appetit
  • Husten
  • Schnupfen und häufiges Niesen
  • Halsschmerzen und Halskratzen
  • Fieber

Ein grippaler Infekt dauert etwa eine bis zwei Wochen an.

Besonders häufig erkranken Kinder an Infekten, die die oberen Atemwege betreffen. Beispiele hierfür sind typische Krankheitsbilder wie Pseudokrupp und die Epiglottitis, die akute Entzündung des Kehlkopfdeckels (mehr dazu finden Sie weiter unten sowie in unserem Lernportal).

Erkältung vorbeugen

Ebenso wie Erwachsene stecken sich Kinder vor allem über die sogenannte „Tröpfcheninfektion“ mit Erkältungsviren an. Die Übertragung der Viren geschieht häufig durch Kontakt mit anderen Kindern, beim Spielen mit gemeinsamem Spielzeug, durch nicht entsorgte Taschentücher oder ungewaschene Hände.

Mögliche Ansteckungsquellen:

  • Unzureichende (Hand-)Hygiene
  • Krabbelgruppe/ Kindergarten
  • Ansteckung bei Geschwistern
  • Gemeinsames Spielzeug
  • Haushaltsgegenstände
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Auch wenn grippale Infekte die kindlichen Abwehrkräfte stärken und demnach für die Ausbildung des Immunsystems eine zentrale Rolle einnehmen, erhalten Sie hier einige Tipps, um Erkältungen vorzubeugen:

  • Regelmäßiges Händewaschen - besonders nach dem Naseputzen – ist das A und O. Sofern ein Familienmitglied erkältet ist, ist die richtige Handhygiene wichtiger denn je.
  • Spaziergänge oder das Spielen an der frischen Luft stärken das Immunsystem.
  • Achten Sie auf eine an die Umgebungstemperatur angepasste Kleidung. Ihr Baby sollte weder frieren noch schwitzen.
  • Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung stärkt die Abwehrkräfte Ihres Kindes.
  • Sorgen Sie für ein gutes Raumklima (evtl. mit einem Luftbefeuchter). Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus, weshalb diese anfälliger für Infekte werden.

Eine Grippeimpfung wird Kindern ab sechs Monaten empfohlen, wenn bestimmte Grunderkrankungen ihr Immunsystem einschränken. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, HIV-Infektionen und Leukämie.

Behandlungstipps

Erkältungsbeschwerden können durch entsprechende Maßnahmen gelindert werden …

  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Eine gute Versorgung mit Flüssigkeit ist wichtig, denn sie verflüssigt den Schleim in den Atemwegen, sodass er sich zum Beispiel beim Husten leichter löst. Trinkt Ihr Kind nicht gerne, können bunte Strohhalme das Getränk für den Nachwuchs spannender machen. Neben Wasser sind verdünnte Fruchtschorlen mit Vitamin C geeignet.
  • Regelmäßiges Lüften und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit sind ebenfalls wichtig, wenn Ihr Kind erkältet ist. Beides trägt dazu bei, dass die Schleimhäute nicht austrocknen. Sorgen Sie für ein feuchtes Raumklima. Vor allem wenn die Nase mit Schleim verstopft ist, ist es sinnvoll, das Kind in einer dampfgesättigten Umgebung atmen zu lassen. Neben einem Luftbefeuchter kann ein Dampfbad helfen.
  • Durch die Blockierung der Atemwege ist eine kleine Atemschwere zu beobachten. Halten Sie die Atemwege Ihres Kindes deshalb so frei wie möglich. Um die Nase vom Schleim zu befreien, kann man es mit einer Nasenspülung versuchen, die in vielen Fällen zumindest vorübergehend eine gewisse Linderung bewirken kann. Experten raten bei Babys zu Tropfen mit Salzlösungen, die die Nase schonen, feucht halten und Erreger ausschwemmen. Bei älteren Kindern können auch Nasenspülungen mit Salzlösung helfen.
  • Kinder unter vier Jahren können noch nicht selber schnäuzen. Daher müssen Sie darauf achten, die Nase Ihres Kindes möglichst frei zu halten, damit es ausreichend atmen und trinken kann.
  • Ein weiteres Mittel, um Ihr Kind von den Beschwerden einer verstopften Nase zu befreien, ist, den Kopf während des Schlafes hochzuhalten. Durch die horizontale Position, die während des Schlafes eingenommen wird, wird die Atmung verschlechtert. Eine erhöhte Kopfposition kann dazu beitragen, dass der Schleim abfließt und Ihr Baby besser atmen und ruhiger schlafen kann.
  • Viel Ruhe, Schlaf sowie Zuwendung von den Eltern sind ebenso wichtig. Damit sich das Kind nicht alleine im Kinderzimmer langweilt, können Sie ihm einen gemütlichen Platz auf dem Sofa schaffen. Hörbücher sind ebenfalls beliebt und tragen dazu bei, dass der Nachwuchs beschäftigt ist, ohne sich anzustrengen. Nehmen Sie sich Zeit und versuchen Sie Ihrem Kind die Zeit so angenehm wie möglich zu machen.
  • Bei hohem Fieber gehört das Kind natürlich grundsätzlich ins Bett. Ergreifen Sie fiebersenkende Maßnahmen. Wickel mit lauwarmen/kühlem Wasser (H2O), Ibuprofensaft nach ä. A.)
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Achten Sie unbedingt darauf, dass die Medikamente, die Sie Ihrem Kind verabreichen, für Kinder zugelassen sind. Denn der kleine Organismus reagiert auf bestimmte Wirkstoffe – auch pflanzlicher Art – teilweise anders als der von Erwachsenen. Kinder benötigen häufig weitaus geringere Dosierungen, manche Wirkstoffe sind für Kinder gar nicht geeignet. Im Zweifel kann der Kinderarzt oder Apotheker dazu Auskunft geben. Fragen Sie in der Apotheke gezielt nach Erkältungspräparaten, die speziell für Kinder gedacht sind. In der Regel sind bei Kindern sanfte Hausmittel bzw. gut verträgliche Pflanzenmedizin eher angebracht, als chemisch-synthetische Arzneimittel.

Pseudokrupp

Ebenso wie Erwachsene stecken sich Kinder vor allem über die sogenannte „Tröpfcheninfektion“ mit Erkältungsviren an. Die Übertragung der Viren geschieht häufig durch Kontakt mit anderen Kindern, beim Spielen mit gemeinsamem Spielzeug, durch nicht entsorgte Taschentücher oder ungewaschene Hände.

Mögliche Ansteckungsquellen:

  • Unzureichende (Hand-)Hygiene
  • Krabbelgruppe/ Kindergarten
  • Ansteckung bei Geschwistern
  • Gemeinsames Spielzeug
  • Haushaltsgegenstände
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Durch das Anschwellen der Schleimhäute in Hals, Nase und Rachen verengen sich die Atemwege. Darüber hinaus können die Nasenschleimhäute austrocken (Borkenbildung). Meist tritt der Pseudokrupp in der Nacht auf, wenn die Kinder schon ein paar Stunden gelegen haben.

Was tun, bei einem Pseudokrupp-Anfall?

  • Vermeiden Sie Stress.
    Bewahren Sie Ruhe und bleiben Sie bei Ihrem Kind.
  • Bringen Sie Ihr Kind in eine aufrechte Körperposition.
    Diese fördert den Einsatz der Atemhilfsmuskulatur.
  • Einatmen von feuchter Luft (Wasserdampf) lindert die Beschwerden. Lassen Sie dazu im Badezimmer die Dusche laufen und halten Sie sich dort mit Ihrem Kind auf.
  • Alternativ können Sie mit Ihrem Kind nach draußen an die kalte Luft gehen.
  • Machen Sie das, was Ihrem Kind am besten bekommt.
  • Fiebersenkende Maßnahmen (falls erforderlich)
    Wickel mit lauwarmen/kühlem Wasser, Ibuprofensaft nach ärztlicher Anordnung, Fieberzäpfchen)
  • Auch wenn die Beschwerden tagsüber geringer sind, sollte Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

OKTOBER - Immunsystem

Das menschliche Immunsystem bezeichnet das körpereigene Abwehrsystem und trägt zu unserer körperlichen Unversehrtheit bei. Es besteht aus einem angeborenen (unspezifischen) und einem erworbenen (spezifischen) Anteil. Das angeborene Immunsystem schützt uns von Geburt an vor Keimen und Fremdkörpern. Die erworbene Immunabwehr ist besonders anpassungsfähig gegenüber neuen Krankheitserregern und wird im Laufe des Lebens ausgebildet. Unser Körper erinnert sich dabei an den ersten Kontakt mit Keimen, weshalb er auf wiederkehrende Bedrohungen möglichst schnell reagieren kann. Es werden Antikörper gebildet, die nun gezielt gegen bestimmte, bereits bekannte Krankheitserreger eingesetzt werden. Der menschliche Körper bzw. dessen Immunsystem befindet sich demnach in einem stetigen Lernprozess.
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Gerade das kindliche Immunsystem ist noch unausgereift und somit besonders anfällig für Erkältungen. Kinder erkranken häufig an Infekten, die die oberen Atemwege betreffen. Beispiele hierfür sind typische Krankheitsbilder wie Pseudokrupp und die Epiglottitis, die akute Entzündung des Kehlkopfdeckels (mehr Informationen und die zu ergreifenden Maßnahmen finden Sie in unserem Lernportal).
Wichtig - jede durchgestandene Erkältung trainiert und stärkt die Abwehrkräfte Ihres Kindes! Im Kindergarten und in der Grundschule machen Kinder die häufigsten Erreger einmal durch und sind somit für künftige Infektionen gerüstet. Voll ausgebildet ist das Immunsystem ab dem 10. Lebensjahr. Die Körperabwehr ist nun gut aufgestellt und Infekte werden immer seltener.

Die Temperaturen sinken, das Wetter ist nass und kalt - die im Herbst eintretende Kältewelle gilt als Hochsaison für Erkältungsviren. Was können Sie tun, um das Abwehrsystem Ihres Kindes zu fördern?

Tipps zur Stärkung des Immunsystems

Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt das kindliche Immunsystem. Obstsorten mit einem hohen Vitamin C-Gehalt sind die besten Garanten für eine gute Körperabwehr:
  • Schwarze Johannesbeere (180 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Papaya (80 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Erdbeere (auch TK) (60 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Orange (50 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Kiwi (46 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Mango (37 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Johannisbeere (auch TK) (36 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Mandarine (32 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Honigmelone (32 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Himbeere (auch TK) (32 mg Vitamin C pro 100 g)
  • Heidelbeere (22 mg Vitamin C pro 100 g)
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Wie viel Vitamin C braucht mein Kind eigentlich pro Tag?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Mengen:
Alter
Täglicher Bedarf an Vitamin C
1 bis 4 Jahre
20 mg
4 bis 7 Jahre
30 mg
7 bis 10 Jahre
45 mg
10 bis 13 Jahre
65 mg
13 bis 15 Jahre
85 mg
Auch Gemüse enthält große Mengen Vitamin C, allen voran rote Paprikaschoten und sämtliche Kohlsorten. Aber auch Zink stärkt das Immunsystem. Haferflocken, Cashewkerne und Sonnenblumenkerne sowie Käse, Kalbfleisch, Putenfleisch und Garnelen enthalten besonders viel Zink.

Vitamine schmackhaft machen

Mein Kind mag keine frischen Früchte oder kein Gemüse - was tun?
  • Hin und wieder ein selbst gemachter, frisch gepresster Saft rutscht leichter und ist somit eine tolle Alternative zum „langweiligen“ Obst- oder Gemüseteller.
  • Ebenso können Sie Früchte pürieren und das Püree beispielsweise mit Joghurt oder Quark mixen.
  • Das Auge isst mit – werden Sie kreativ und richten Sie Ihrem Kind einen schmackhaften, fantasievollen Obst- bzw. Gemüseteller an. Schneiden Sie das Obst und Gemüse dabei in mundgerechte Stückchen.
  • Wenn nichts anderes hilft - „verstecken“ bzw. tarnen Sie Obst und Gemüse. Peppen Sie die Lieblingsgerichte Ihres Kindes auf und schummeln Sie fein geschnittenes Gemüse bspw. auf die Pizza, in Spaghetti oder unter die Kruste eines knusprigen Backofengerichtes.
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ZUSATZTIPP: Meiden Sie trockene Heizungsluft

Dass sich Viren vor allem im Herbst und Winter so rasant verbreiten, liegt nicht an der Kälte, sondern an der trockenen Heizungsluft. In der Heizperiode ist die Luft in Wohnungen meist zu trocken, wodurch die Schleimhäute in Mund und Nase austrocknen. Dabei sind die Schleimhäute ein wichtiger Teil der körpereigenen Abwehr. Da nun die Reinigungsleistung der Flimmerhärchen (Zilien) beeinträchtigt wird, können Krankheitserreger leichter in die Nasenschleimhaut eindringen. Darüber hinaus überleben Erkältungsviren in Räumen, in denen die Luftfeuchtigkeit weniger als 40 Prozent beträgt, länger.

Tipps zum Schutz vor Infektionen:
  • Sorgen Sie für ein gutes Raumklima - lüften Sie regelmäßig, oder hängen Sie ein nasses Handtuch über die Heizung. Vorsicht! Vermeiden Sie Zugluft und passen Sie die Kleidung Ihres Kindes an die Raumtemperatur an.
  • Auch Pflanzen und Wasserschalen - idealerweise unversiegelte Tongefäße - auf der Heizung erhöhen die Luftfeuchtigkeit.
  • Stellen Sie Luftbefeuchter auf.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend viel trinkt - das beugt einem Flüssigkeitsverlust der Haut und Schleimhäute vor. Nur feuchte Schleimhäute sind in der Lage, Viren abzuwehren.

SEPTEMBER - Vorsicht vor Wespen

Wespenvölker sind im Spätsommer am größten – aus diesem Grund sind gerade im September und Anfang Oktober besonders viele Tiere unterwegs.
Wenn sich die Nester der Völker auflösen und die noch lebenden Arbeiterinnen auf Nahrungssuche unterwegs sind, ist höchste Vorsicht geboten.
Während sich Wespen bis Mitte August von Insekten und Fleisch ernähren, bevorzugen sie im Spätsommer Zucker.

  • Decken Sie süße Lebensmittel wie Kuchen und Marmelade sowie Getränke, beispielsweise Fruchtsäfte, deshalb stets ab.
  • Strohhalme verhindern, dass Wespen oder Bienen beim Trinken in den Mund gelangen.
  • Meiden Sie die Nähe von reifem Obst und Mülleimern. Unter Obstbäumen tummeln sich Scharen von Wepen auf der Suche nach Fallobst.

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