Monatsthema Januar Knochenbrüche

Es muss gar nicht auf der Skipiste oder auf der Schlittschuhbahn passieren – manchmal reicht es, wenn der Weg zur Kindertagesstätte oder zur Schule nicht ausreichend gestreut und damit glatt ist. Ruck, zuck, ist es geschehen, der Nachwuchs rutscht aus und verletzt sich. Oft sind die Verletzungen zwar schmerzhaft, aber harmlos, es handelt sich dann um blaue Flecken, Schwellungen oder Prellungen. Manchmal kommt es aber auch zu Knochenbrüchen.

1. Knochenbrüche
2. Grünholzfraktur
3. Prellungen
 
4. Verstauchungen
5. Gips, Gips und nochmal Gips
6. Kopfverletzung

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1. Knochenbrüche

Wenn das Kind nach einem Sturz nicht mehr wagt, sich zu rühren, wenn es über Übelkeit klagt und starke Schmerzen hat, dann liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Knochenbruch handelt. Und der muss natürlich im Krankenhaus untersucht, eindeutig diagnostiziert und behandelt werden. Bei einem Knochenbruch wird die natürliche Form des Knochens durch Kräfte, die von außen auf den Knochen einwirken, etwa durch einen Sturz, unterbrochen. Der Knochen kann sich verbiegen, einreißen, zersplittern, abscheren, zusammendrücken, teilweise brechen oder komplett brechen. Im Röntgenbild erkennt man dann sofort um welchen Bruch-Typ es sich handelt.
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Anzeichen für einen Knochenbruch:
1
Starke Schmerzen
2
Schwellungen und Bluterguss
3
Bewegungseinschränkung oder Schonhaltung der verletzten Gliedmaße
4
Unnatürliche Stellung oder Beweglichkeit der verletzten Gliedmaße
Arten von Knochenbrüchen bei Kindern:

Vollständiger Knochenbruch:
Hier ist die äußere Schicht des Knochens komplett durchgebrochen.

Unvollständiger Knochenbruch:
Hier besteht noch eine Verbindung der Bruchstücke. Diese Art von Knochenbrüchen ist sehr häufig im Kindes- und Jugendalter.

Nicht verschobener, einfacher Knochenbruch:
Die Bruchstücke stehen in gutem Kontakt zueinander und in einer Achse.

Verschobener Knochenbruch:
Die Bruchstücke sind zueinander so sehr verschoben, dass eine Operation notwendig ist, um den Kontakt zwischen den Bruchstücken und die Normalstellung des Knochens wiederherzustellen.

Geschlossener Knochenbruch:
Der Knochen ist gebrochen, die darüber liegende Haut jedoch unverletzt.

Offener Knochenbruch:
Der Knochen ist gebrochen und kommt durch die Haut. Man sieht bei einer nach außen offener Verletzung der Weichteile - Teile des Knochens sind sichtbar. Wegen der hohen Infektionsgefahr ist der offene Bruch ein Notfall und muss frühzeitig operiert werden.

Der Wachstumsfugenbruch (Epiphysenfraktur):
Besonders aufmerksam muss man Knochenbrüchen im Bereich der Wachstumsfuge (Epiphyse) sein. Diese ist für das Längenwachstum der Knochen verantwortlich und bei Kindern noch nicht geschlossen. Werden Knochenbrüche in diesem Bereich nicht erkannt oder falsch behandelt, können sie zu Wachstumsstörungen, früherem Wachstumsstillstand und Fehlstellungen der betroffenen Gliedmaße oder Gelenke führen.

2. Grünholzfraktur

Grünholz, der Name klingt schon nach dem leichten Umknicken von dünnem Holz – und genau daher leitet sich der Name Grünholzbruch ab. Die Knochen von Kindern haben nämlich die Eigenschaft, wenn sie brechen, wie ein grüner Zweig zu brechen, nämlich nur an einer Seite, die andere Seite wird „nur“ verformt und die Knochenhaut bleibt an dieser Seite intakt. Die gute Nachricht: Bei Grünholzbrüchen, bei denen der Knochen nahezu in seiner normalen Stellung steht, reicht in der Regel ein Gips.

Bei Grünholzbrüchen, die deutlich von der Normalstellung abweichen, muss die nur verformte Seite des Knochens allerdings im Rahmen einer Operation ebenfalls gebrochen werden, um eine Normalstellung des Knochens zu erreichen und Wachstumsstörungen zu vermeiden. Anschließend gibt’s dann auch hier einen Gips.

Noch ein Wort zum Stauchungsbruch: Bei einem Stauchungsbruch wird der Knochen durch die bei einem Sturz von außen einwirkenden Kräften mit Gewalt zusammengedrückt. Die Knochenhaut bleibt dabei intakt. Statt einem echten Bruch sieht man im Röntgenbild nur einen Wulst. Auch hier gibt’s einen Gips.

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3. Prellungen

Eine Prellung entsteht, wenn bei einem Stoß die Blutgefäße verletzt werden und Blut in das Gewebe fließt, sich dort staut und dann anschwillt. Mit einer dicken Beule oder einem Bluterguss als Folge.
In der Regel helfen:
  • kalte Umschläge, die die Schwellung lindern
  • kühlende elastische Druckverbände (allerdings nicht zu fest und so lange die Schwellung noch zunimmt, sollte ohnehin kein Verband angelegt werden, denn der könnte den Blutabfluss behindern)
  • Arnikasalbe
  • Und natürlich, nicht zu vergessen: ein bisschen Quatsch drum herum, um die Schmerzen erträglicher zu machen. Also den Bluterguss vielleicht zu einem Gesicht anmalen (am besten mit Wasserfarbe).
  • Nach zwei Tagen darf die verletzte Stelle auch wieder mit Wärme behandelt werden, um dann wiederum die Durchblutung zu fördern.
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4. Verstauchungen

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Eine Verstauchung passiert auch schnell bei Kindern, denn ihre Knochen, Sehnen und Gelenke sind noch sehr elastisch. Wird aber überdehnt oder sind Fasern von Sehnen oder der Gelenkkapsel gerissen, dann schwillt das Gelenk an und schmerzt höllisch. Dann handelt es sich um eine Verstauchung.

Zunächst helfen bei Verstauchungen:

  • Gelenk hochlegen und ruhigstellen
  • Kalte Umschläge machen
  • Arnikasalbe
  • einen lockeren Stützverband anlegen
  • Abwarten, dass der Schmerz wieder nachlässt

Allerdings: Wenn die Schwellung stark ist und nach drei Tagen nicht zurück geht, wenn das Kind Schmerzen hat oder über Schwindelgefühl klagt, ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Kurz zusammengefasst gelten bei Kindern die gleichen Sofortmaßnahmen wie bei Erwachsenen, wenn es um Prellungen und Verstauchungen geht, nämlich die sogenannte PECH-Regel:

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern

5. Gips, Gips und nochmal Gips

Die Sache ist ziemlich eindeutig: Hat ein Kind sich etwas gebrochen, kommt es in der Regel ohne Gips nicht aus. Der ist am Anfang zwar spannend, weil neu. Nach einigen Wochen ist das Ding allerdings nur noch lästig, die Haut darunter juckt. Findige Kinder nehmen dann schon mal eine Fliegenpatsche aus Plastik, drehen sie zum Stielende um und versuche mit dem Stielende unter den Gips zu kommen und sich zu kratzen. Das ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei, aber immerhin verschafft es ein bisschen Linderung.

Erträglicher könnte es die Sache auch machen, wenn man einen Gips-ab-Kalender erstellt, an dem man die Tage durchstreicht, bis es endlich so weit ist, dass der Gips abgenommen wird. Leucht-Aufkleber, die im Dunkeln auf dem Gips leuchten, könnten – das hängt natürlich ein bisschen vom Alter des Kindes ab – ebenfalls helfen.

6. Kopfverletzung

Kinder fallen natürlich alle Nase lang hin, nicht nur im Winter. In den allermeisten Fällen kommt der Nachwuchs nach einem Sturz auf den Kopf mit einer Beule davon. Vielleicht färbt sie sich blau und grün, aber nach ein paar Tagen ist die Sache wieder vergessen und die Beule verschwunden. Denn die Natur hat gut vorgesorgt, gerade bei Babys und Kleinkindern sind die Schädelnähte noch nicht geschlossen, die Knochenmasse ist noch recht elastisch und kann Stöße daher ganz gut abfangen.

Nach einem Sturz auf den Kopf sollte der kleine Patient dennoch eine Weile nicht aus den Augen gelassen werden. Klagt er zum Beispiel über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, fühlt sich matt, ist es höchste Zeit für einen Arztbesuch. Es könnte sich nämlich um eine Gehirnerschütterung handeln.

Bei einer leichten Gehirnerschütterung genügt in der Regel Ruhe, damit sich das Gehirn wieder Erholung findet. Und die meiste Ruhe findet das Gehirn im Schlaf – zu den normalen Schlafzeiten und vielleicht nochmal ein Mittagsschlaf dazu.

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Zur Sicherheit den Mittagsschlaf nach zwei Stunden unterbrechen. Und wenn ein Schulkind, das üblicherweise keinen Mittagsschlaf mehr macht, einfach mittags einschläft, sollte doch ein Arzt hinzugezogen werden. Treten Symptome wie verwaschene Sprache, Fieber, Hör- oder Sehprobleme, muss das Kind im Krankenhaus untersucht werden.

Monatsthema Oktober Immunsystem

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