Monatsthema September
Wespenstiche

Mit dem Sommer kommen die kleinen Biester wieder, die brummen und summen – und eben mitunter stechen:  Mücken, Bremsen, Bienen, Wespen und Co. Um sie geht es in unserem August-Special. In der Regel sind ihre Stiche nur lästig, weil sie nur jucken, man kann also getrost sagen, sie sind meist harmlos. Aber eben nicht immer.

1. Mücken- und Bremsenstiche: in der Regel harmlos
2. Wie man Bienen und Wespen unterscheidet
3. Bienenstiche

 

4. Wespenstiche

5. Allergische Reaktionen nach Bienen- oder Wespenstichen

6. Hornissen

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1. Mücken- und Bremsenstiche: in der Regel harmlos

Sssssssssss – und piks. Wenn eine Mücke oder eine Bremse zugestochen hat, dann ist das vor allem nervig, weil der Stich juckt. Das kommt daher, dass die Insekten, um länger Blut saugen zu können, eine kleine Menge gerinnungshemmenden Speichels in die Wunde spritzen. Der Körper reagiert darauf mit der Ausschüttung von Histamin, wodurch es zu den juckenden Schwellungen auf der Haut kommt. Immerhin: Nach einigen Stunden lässt das Jucken in der Regel allerdings nach.

 

Soforthilfe bei Mücken- und Bremsenstichen

  • Um die Schwellung zu verlangsamen, Einstichstelle sofort kühlen
  • Abschwellend und entzündungshemmend wirken auch frische Pfefferminzblätter
  • Auf die Einstichstelle kann man auch Mittel wie Fenistil auftragen.

 

So schützt man sich vor Mücken und Bremsen

  • Insektenschutzgitter vor den Schlafzimmerfenstern anbringen
  • Wasseransammlungen wie Regentonnen sind ideale Brutstätten für Mücken und Co. Diese daher gut abdecken oder regelmäßig abgießen und säubern
  • Mücken und Bremsen mögen keine ätherischen Düfte wie Lavendel, Salbei oder Teebaumöl. Entsprechende Duftmischungen können helfen, die Biester fernzuhalten.
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2. Wie man Bienen- und Wespenstiche unterscheidet

  • Ein kräftiges schwarz-gelbes Streifenmuster kennzeichnet Wespen.
  • Zudem verfügen sie über eine prägnante Taille, die den Kopf vom Unterleib trennt.
  • Bienen sind behaart und eher rotbraun.
  • Wenn sie stechen, verlieren sie ihren Stachel und sterben. Wespen hingegen können beliebig oft stechen.
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3. Bienenstiche

In der Regel sind Bienen von Mai bis August unterwegs und wenn sie stechen, ist das ziemlich schmerzhaft. Deswegen gilt nach einem Bienenstich als Allererstes: das Kind beruhigen. Und sollte der Stachel noch in der Haut stecken (was in der Regel der Fall ist und warum die Biene hernach stirbt), muss man ihn vorsichtig entfernen, am besten mit einer Pinzette. Danach sollte die Stelle desinfiziert werden. Und, so merkwürdig das vielleicht klingt (und so übel es auch zweifellos riecht) – eine aufgeschnittene Zwiebel auf der Einstichstelle hilft gegen Schmerz und Schwellung.

Soforthilfe bei Bienenstichen:

  • Zunächst den Stachel entfernen, denn der kann sonst weiter Gift injizieren. Den Stachel mit einer Pinzette herausziehen. Bitte bedenken, dass der Stachel einer Biene einen Widerhaken hat.
  • Das Gift NICHT mit dem Mund aussaugen.
  • Das Gift der Biene enthält Eiweiß, das mit Hitze zerstört werden kann, zunächst also einen heißen Waschlappen auf den Stich legen.
  • Danach den Stich kühlen, ggf. auch eine aufgeschnittene Zwiebel oder kühlende Gels auftragen, die der Schwellung entgegenwirken und den Juckreiz lindern.

Stich in den Hals – ein echter Notfall

Wenn eine Biene in den Mund oder Rachen sticht, ist das immer ein lebensbedrohlicher Notfall. Denn infolge der Stichreaktion an dieser Stelle können die Atemwege zuschwellen. Hier muss sofort der Notarzt alarmiert werden. Um das Anschwellen zu verlangsamen, kann bis zum Eintreffen des Notarztes ein Eiswürfel gelutscht werden.

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4. Wespenstiche

Wespen fliegen in der Regel von Juli bis September, sie erkennt man an ihrer schmalen Taille und den gelb-schwarzen Streifen.

Ein Wespenstich ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Zunächst wird, und zwar binnen Minuten, die Einstichstelle rot, schwillt dann als Zeichen der lokalen Entzündung an und schmerzt – und zwar in der Regel bei jede, Betroffenen, da der Körper auf Wespengift generell mit einer Histamin-Ausschüttung reagiert. In der Folge gibt es Entzündungsreaktionen und starken Juckreiz. Großer Unterschied zum Wespenstich: Der Stachel einer Wespe bleibt in der Regel nicht in der Haut stecken, denn der Stachel der Wespen ist ihr Verteidigungswerkzeug und damit mehrfach „nutzbar“.

Soforthilfe bei Wespenstichen:

  • Behandlung mit Hitze, weil die Eiweiße im Wespengift ab einer Temperatur von 50 Grad Celsius zerstört werden, so dass sich die Schwellung nicht voll entwickelt. Dafür einen Löffel erhitzen und auf die Einstichstelle drücken (bitte VORSICHT VOR BERBRENNUNGEN). Es gibt auch elektrische Stichheiler.
  • Kühlen der Schwellung, falls es bereits zu einer Schwellung gekommen ist. Hierfür eignen sich unter anderem Kühlpads und Eiswürfel
  • Natürliche Hausmittel, das sind unter anderem kalter Essig und aufgeschnittene Zwiebeln, die man auf die Einstichstelle träufelt beziehungsweise legt.

5. Allergische Reaktion nach Bienen- oder Wespenstichen

Wie lange ein Wespenstich schmerzt, ist unterschiedlich, die Symptome können sich aber durchaus bis zu einer Woche zeigen, allerdings klingen sie allmählich ab. Aber wenn die Symptome sich verschlechtern oder Krankheitszeichen wie Fieber und Schüttelfrost hinzukommen, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Der Notarzt muss gerufen werden, wenn sich direkt nach dem Bienen- oder Wespenstich eine allergische Reaktion zeigt, indem die Einstichstelle wirklich massiv anschwillt und großflächig gerötet wird und ein massiver Juckreiz einsetzt, Außerdem können Symptome wie

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Herzrasen
  • Heiserkeit
  • Kurzatmigkeit

eine heftige Reaktionen auf das Bienen- und Wespengift sein. Betroffene sind wirklich in Lebensgefahr, denn bei solchen Reaktionen besteht die Gefahr eines Atemstillstands.

Vielleicht noch wichtig, zu wissen: Jeder kann eine allergische Reaktion auf Bienen- oder Wespengift entwickeln, egal, wie oft er bereits ohne allergische Reaktion gestochen wurde oder wie alt er ist. Deswegen sollten Eltern unbedingt auf entsprechende Alarmsignale achten.

Der Notarzt muss auch gerufen werden, wenn das Kind eine Biene oder Wespe verschluckt hat oder in den Hals gestochen wurde, denn es besteht die Gefahr des übermäßigen Anschwellens der Atemwege.

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Was tun, wenn man auf einen Stich allergisch reagiert

Ob man allergisch auf Bienen- oder Wespengift reagiert, weiß man in der Regel binnen weniger Minuten nach dem Stich, denn dann können Schwindel und starker Juckreiz bin hin zum anaphylaktischen Schock auftreten – und Letzterer kann lebensbedrohlich sein. Anzeichen für eine allergische Reaktion sind Blässe, Schwindel, Übelkeit, Juckreiz, Schlaffheit, Atemprobleme, blaue Lippen, Bauchschmerzen Durchfall. Bei solchen Symptomen sollte sofort der Notarzt informiert werden.

Wer einmal eine allergische Reaktion hatte, sollte danach die Symptome bei einem Allergologen abklären lassen, damit er künftig ein Allergie-Notfallset zur Hand hat. Vor allem mit Kindern muss man das natürlich genau besprechen, damit sie nicht in Panik verfallen.

 

 

Notfallset

Kinder und Jugendliche, bei denen bereits eine Allergie gegen Bienen- und Wespengift festgestellt wurde, sind mit einem Notfallset ausgestattet, das sie immer dabeihaben. Darin enthalten sind unter anderem Antihistaminika, die im Notfall sofort zugeführt werden müssen.

6. Hornissen

Hornissen sind eine etwa 2,5 Zentimeter große Wespenart. Gleich vorweg: Hornissen sind eigentlich friedliebend und stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Nest verteidigen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass ein Hornissenstich meist sehr schmerzhaft im Bereich der Einstichstelle ist.

In der Regel muss man bei einem Hornissenstich keinen Arzt aufsuchen, sondern die Stelle kühlen und hochlagern, zudem eine Salbe mit einem juckreizstillenden Wirkstoff auftragen  – es sei denn, man reagiert allergisch, und das macht sich über eine starke Schwellung, Atemnot und Herzrasen bemerkbar zudem können Schluckbeschwerden, Übelkeit und Schwindelgefühl auftreten, mitunter auch Quaddeln am ganzen Körper. Da heißt es: Notarzt rufen, und zwar sofort.

So schützt man sich vor Bienen, Wespen und Hornissen

  • Nie barfuß gehen. Viele Wespenarten haben ihre Nester am Boden, Bienen naschen auch gerne mal von Kleeblüten im Rasen
  • Hornissennester meiden, um den Tieren gar nicht erst zu signalisieren, dass sie sich bedroht fühlen könnten
  • Nie gleich aus offenen Dosen oder undurchsichtigen Flaschen trinken. Süße Getränke ziehen Bienen und Wespen an. Am besten Gläser mit Deckel und Strohhalm benutzen
  • Starke Parfüms vermeiden
  • Mahlzeiten im Freien mit kleinen Kindern eher meiden
  • Keine hektischen Bewegungen in der Nähe von Bienen und Wespen machen, die Tiere fühlen sich sonst bedroht
  • Beim Fahrradfahren den Mund geschlossen halten, um nicht aus Versehen ein Insekt zu schlucken

 

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Kleine Trostpflaster

Damit das Kind den Stich oder Biss schnell wieder vergisst, kann man in die Trickkiste greifen, zum Beispiel mit einem Löwenzahnverband. Einfach ein Löwenzahnblatt auf den Stich legen und das Löwenzahnpflaster mit einem Grashalm festbinden. Ein „Zauberspruch“ wirkt natürlich auch immer Wunder. Am besten, wenn man noch einen Eiswürfel als Zauber-Utensil benutzt, das man beim Spruchaufsagen über den Stich reibt: Hokuspokusfidibus, erst ist’s kalt, dann ist’s nass, schon juckt’s nicht mehr und du hast wieder Spaß.

Monatsthema Oktober Immunsystem

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