Monatsthema Juli
Hitzeschäden

Endlich Sonne! Nichts wie raus! Klar, bei schönem Wetter will man ja auch nicht drin herumsitzen. Und das ist auch gut so. Kinder brauchen frische Luft und Sonne! Aber: Wenn Kinder zu viel Sonne und zu viel Hitze tanken, rebelliert ihr Organismus, sie verkraften die Belastung nämlich nicht mehr und werden krank. Um diese Hitzeschäden, also Gesundheitsstörungen, deren Ursache länger andauernde, erhöhte Umgebungstemperaturen sind, dreht es sich in unserem Juli-Special. Wir erklären, welche Formen von Hitzeschäden man unterscheidet, wie man ihnen vorbeugt und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen jeweils zu ergreifen sind.

1. Hitzeerschöpfung (Hitzekollaps)
2. Hitzekrämpfe
3. Sonnenstich (Insolation)
4. Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom)

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1. Hitzeerschöpfung (Hitzekollaps)

Starker Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch Schwitzen, wenn eben keine entsprechende Flüssigkeitszufuhr von außen erfolgt, nennt man Hitzeerschöpfung. Der Körper dehydriert, der Wassergehalt des Körpers sinkt also unter den Normalwert. Da der Körper etwa zu 70 Prozent aus Wasser besteht, kann man erste Zeichen einer Dehydration auch schnell erkennen, nämlich der Patient hat Durst, sein Mund ist trocken, er hat schlaffe Hautfalten.

Oft tritt der Hitzekollaps nach sportlichen Aktivitäten oder langen Wanderungen bei großer Hitze auf. Betroffene leiden unter Schwindel und Übelkeit. Der Puls ist schnell, aber flach. Auch Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit können darauf hindeuten. Die Haut ist blass und fühlt sich kühl an.

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hitzeerschöpfung:

  • Der Patient sollte sich an einem kühlen Ort hinlegen, am besten dort, wo auch ein kühles Lüftchen weht.
  • Beengte Kleidung öffnen.
  • Mit kaltem Wasser waschen.
  • Mineralhaltige Getränke oder Elektrolytlösung trinken.
  • Bei Erbrechen oder wenn sich der Zustand des Patienten nicht bessert, sofort ärztliche Hilfe anfordern.
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2. Hitzekrämpfe

Hitzekrämpfe entstehen durch einen Mangel an Flüssigkeit und Mineralstoffen. Symptomatisch sind Muskelzuckungen und Krämpfe.

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hitzekrämpfen:

  • Reichlich trinken
  • Betroffene sofort in eine kühle Umgebung bringen
  • Kühle Umschläge auf Kopf und Körper legen
  • Unterarme in kühles Wasser halten
  • Bei Bewusstlosigkeit: Sofort den Notruf 112 wählen!

 

3. Sonnenstich (Insolation)

Der Sonnenstich ist ein Hitzeschaden, der durch langwellige Wärmestrahlung auf Hirnhäute ausgelöst wird. Er entsteht also durch direkte, länger anhaltende Einwirkung von Sonnenstrahlen auf den ungeschützten Kopf oder Nacken. Besonders gefährdet sind Kinder, denn die unmittelbare Sonneinstrahlung im Kopfbereich kann eine Schwellung der Hirnhaut provozieren. Die Symptome sind heftige Kopfschmerzen, Unruhe, Fieber (wobei die Temperatur bei einem Sonnenstich in der Regel, und das ist das vertrackte, normal ist), Übelkeit, Schwindel, Ohrensausen und Nackenschmerzen. Bei schweren Fällen kann es auch zu Krampfanfällen kommen.

Wie man einem Sonnenstich vorbeugt

  • Kindern immer eine Kappe mit Nackenschutz aufsetzen
  • Am besten auch durch UV-Kleidung schützen

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Sonnenstich

  • Das Kind sofort in den Schatten legen.
  • Den Kopf hoch lagern.
  • Mit feuchten (aber nicht eiskalten) Tüchern den Kopf kühlen.

Fieber

Fieber ist eigentlich nichts Unheimliches, sondern eine gesunde Reaktion des Körpers, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Wichtig, zu wissen, ist dies: Die normale Körpertemperatur liegt zwischen 26,5 und 37 Grad Celsius, gemessen unter der Achsel. Im Po gemessen liegt sie 0,5 Grad Celsius höher. Bei einem Baby oder einem Kleinkind kann die Temperatur im Laufe eines Tages auch um etwa ein Grad Celsius schwanken.

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Zwischen 37 und 38 Grad Celsius spricht man von erhöhter Temperatur, leichtes Fieber ist eine Temperatur ab etwa 38 Grad Celsius, über 39 Grad Celsius gilt als hohes Fieber. Bei hohen Temperaturen fühlt sich der kleine Patient in der Regel auch matt, und hier kann auch das Thema Fieberkrampf oder Hitzschlag akut werden. Letzteren beleuchten wir im Folgenden.

4. Hitzschlag (hyperthermiesyndrom)

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Der Hitzschlag ist eine potenziell sogar tödliche Reaktion des Körpers auf Hitze. Die Ursache ist eine Störung der Wärmeregulation nachdem man längerer Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt war und der Körper unzureichend Wärme abgeben konnte. Es handelt sich also um eine Überwärmung des Körpers auf über 40 Grad Celsius, die durch das Schwitzen alleine nicht mehr reguliert werden kann, so dass das Herz-Kreislauf-System gestört wird.

Der Hitzschlag tritt etwa nach körperlichen Anstrengungen und feuchter Hitze oder nach einem Aufenthalt in überhitzten und geschlossenen Räumen auf. Gefährdet sind vor allem Kinder, die in überhitzten Autos zurückgelassen werden. Also bitte, bitte nicht „mal eben schnell“ in den Supermarkt gehen während das Kind im Sommer doch vermeintlich so schön im Auto in seinem Kindersitz schläft. Davon abgesehen, dass man sein Kind sowieso nie irgendwo alleine lassen sollte – auch nicht mal eben kurz – ist ein heißes Auto im Sommer ein regelrechter Backofen.

Die Symptome eines Hitzschlags sind mithin auch leicht zu erkennen:

  • Hochroter Kopf
  • Heiße, trockene Haut, Bewegungsstörungen
  • Hohe Körpertemperatur

Die Überhitzung kann zu einer Hirnschwellung führen, weil das Gehirn Wasser einlagert. Diese Schwellung kann Krämpfe, Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen, sogar Bewusstlosigkeit. Erhöhter Puls und abfallender Blutdruck sind typisch.

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Hitzschlag:

  • Die Körpertemperatur durch kalte Kompressen im Nacken, der Leiste oder den Achselhöhlen senken
  • Elektrolythaltige Getränke geben, es geht auch kalter Tee mit Traubenzucker und einer Prise Salz
  • Kind beruhigen
  • Ein Hitzschlag ist brandgefährlich und ein medizinischer Notfall, das Kind sollte sofort zum Notarzt oder ins Krankenhaus gebracht werden. Auf der Fahrt dorthin sollte der Oberkörper hoch gelagert werden, um eine zusätzliche Hirndruckerhöhung zu vermeiden.

 

Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes

Seit dem Jahr 2005 gibt der Deutsche Wetterdienst regionale Hitzewarnungen heraus, um die Zahl der Todes- und Krankheitsfälle zu verringern. Anlass für die Entwicklung dieses Warnsystems war der heiße Sommer 2003, in dem alleine in Deutschland vermutlich mehr als 7000 Menschen Opfer der hohen Temperaturen wurden.

 

Überhitzung im Kinderbett

Heiß kann es nicht nur draußen in der prallen Sonne werden, sondern auch im Kinderbett, nämlich dann, wenn Kinder zu warm angezogen oder zugedeckt sind. Aus Angst, dass das Kind nachts frieren könnte, sehen viele Eltern, dass ihr Baby es nachts eben schön warm hat und ziehen ihm nicht nur einen Schlafanzug an und decken das Kind mit der Decke zu, sondern drehen auch noch die Heizung auf. Das kann aber zu einem gefährlichen Hitzestau führen. Kinder brauchen zum Schlafen nur einen Schlafanzug und einen geeigneten Schlafsack. Der besser ist als eine Decke denn er verrutscht nicht. Die Raumtemperatur im Kinderzimmer sollte zwischen 16 und 19 Grad Celsius liegen.

Monatsthema Oktober Immunsystem

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